TASSO begrüßt Beschluss: Wiesbaden will Katzenschutzverordnung erlassen!

 

 

Sulzbach/Ts., 31. August 2017 – Seit Jahren wird in Wiesbaden die Einführung einer Katzenschutzverordnung debattiert. Denn auch in der hessischen Landeshauptstadt leben Streunerkatzen, die unter ihren Lebensbedingungen leiden und sich unkontrolliert vermehren. Nun hat der Umweltausschuss für den Erlass einer Katzenschutzverordnung nach § 13b Tierschutzgesetz grünes Licht gegeben. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. begrüßt den Beschluss des Umweltausschusses der Stadt Wiesbaden ausdrücklich.

Streunerkatzen sind verwilderte Hauskatzen, die draußen auf sich selbst gestellt nicht zurechtkommen. Sie können sich nicht angem3 selbst versorgen, leiden oft extrem unter Hunger und Unterernährung, Kälte, Krankheiten und Verletzungen durch Unfälle oder Revierkämpfe. „Die unkontrollierte Vermehrung der Tiere trägt zur Verschlimmerung ihres Leidens bei. Oft reicht zur Behebung dieses Tierschutzproblems die Kastration der Streunerkatzen allein nicht aus, weil auch unkastrierte Hauskatzen mit Freigang immer wieder zur Vermehrung der Streunertiere beitragen“, erläutert Dr. Cristeta Brause, Tierärztin und Projektmanagerin Streunerkatzen bei TASSO.

Damit das Katzenelend effektiver eingedämmt werden kann, hat der Gesetzgeber den Paragraphen § 13b in das Tierschutzgesetz eingeführt. Dieser ermächtigt die Landesregierungen durch Rechtsverordnungen zum Schutz freilebender Katzen Gebiete festzulegen, in denen große Populationen mit erheblich leidenden Katzen leben. Darüber hinaus können Maßnahmen zur Verminderung der Anzahl dieser Katzen angeordnet werden.  

Das Land H3 hat diese Ermächtigung an die Städte und Kommunen weitergegeben. „Mittlerweile haben schon mindestens 16 Städte in H3 davon Gebrauch gemacht, und Darmstadt war bundesweit sogar die erste Stadt mit einer solchen Katzenschutzverordnung auf Basis des Tierschutzrechtes“, sagt Dr. Cristeta Brause.

Zusammengefasst verpflichten Katzenschutzverordnungen Tierhalter, ihre Freigängerkatzen kastrieren, kennzeichnen und registrieren zu lassen. Auch in Wiesbaden müssen Katzenhalter ihre Tiere künftig von einem Tierarzt durch einen Mikrochip oder eine Tätowierung kennzeichnen lassen und bei einem bereits bestehenden Haustierregister anmelden.

Die Registrierung im Haustierregister von TASSO, in dem bereits rund 4,3 Millionen Katzen verzeichnet sind, hat gleich mehrere Vorteile. Den Katzenhaltern entstehen keine zusätzlichen Kosten für die Registrierung ihres Vierbeiners, da diese bei TASSO kostenlos ist. Darüber hinaus bietet das Haustierregister von TASSO Tierhaltern zahlreiche weitere kostenfreie Serviceleistungen, wie die 24-Stunden-Erreichbarkeit sowie Suchplakate und weitere Unterstützung, wenn ein Tier vermisst wird.

„Dass die Stadt Wiesbaden ihrer Vorbildfunktion als Landeshauptstadt nachkommt, und für ihre Streunerkatzen die politische Verantwortung übernehmen will, begrüßen wir ausdrücklich“, betont Dr. Cristeta Brause abschließend. TASSO erhofft sich hierdurch eine Signalwirkung für alle Städte und Gemeinden in H3, die trotz Streunerkatzenproblem immer noch keine Katzenschutzverordnung erlassen haben.

 

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