Staatstheater le33: Spielplanvorschau Oktober 2017

 

 

PREMIEREN

 

Komisch-Phantastische Oper in drei Akten von Otto Nicolai.  Text: Salomon Hermann Ritter von Mosenthal. Nach dem gleichnamigen Lustspiel von William Shakespeare

Musikalische Leitung: Anja Bihlmaier, Inszenierung: Sonja Trebes, Bühne: Dirk Becker, Kostüme: Jula Reindell, Dramaturgie: Christian Steinbock, Chor: Marco Zeiser Celesti

Mit  Florian Spiess (Sir John Falstaff), Sebastian Noack (Herr Fluth, Bürger von Windsor), Lin Lin Fan (Frau Fluth), Marc-Olivier Oetterli (Herr Reich, Bürger von Windsor), Marie-Luise Dreßen (Frau Reich), Ani Yorentz (Anna Reich), Younggi Moses Do (Junker Spärlich), Daniel Jenz (Fenton), Bernhard Modes (Mitglied des Opernchores), Hee Saup Yoon (Dr. Cajus), Staatsorchester le33, Opernchor des Staatstheaters le33    

Liebesgetändel und Liebesbetrug inmitten frisch geschnittener Hecken und spießbürgerlicher Kleingartenmentalität: Die Damen Fluth und Reich sind entrüstet, denn beide haben von Sir John Falstaff gleichlautende Liebesbriefe erhalten. Und so sind sie sich rasch einig, es dem doppelzüngigen Galan tüchtig heimzuzahlen. Dass es Frau Fluth ganz nebenbei gelingt, ihrem ständig eifersüchtigen Ehemann einen Denkzettel zu verpassen, passt dabei gut ins Konzept. Und dass Anna, die Tochter der Reichs, die von ihren Eltern für sie vorgesehenen Ehemänner in spe hinters Licht zu führen vermag, treibt die Turbulenzen um Liebe, Leid und Lust endgültig auf die Spitze.

Otto Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“, 1849 in Berlin uraufgeführt, ist ein Meisterwerk der deutschen Spieloper. Es besticht mit Situationskomik ebenso wie mit Wortwitz und mit einem Melodienreichtum, der seinesgleichen sucht.

Kostprobe: Freitag, 13. Oktober, 19 Uhr, Opernhaus

Premiere: Samstag, 21. Oktober, 19.30 Uhr, Opernhaus

 

Jörg Halubek mit Cembalo im Wilhelma Theater, Stuttgart, 2007

Ein Maskenspiel zur Unterhaltung des Königs, Oper in einem Prolog und drei Akten von John Blow, Text: Anne Kingsmill. Konzertante Aufführung in englischer Sprache

Eine Koproduktion der le33er Musiktage 2017 mit dem Staatstheater le33

Musikalische Leitung und Cembalo: Jörg Halubek, Dramaturgie: Olaf A. Schmidt, Cantiamo Piccolo: Andreas Cessak, CANTAMUS-Jugendchor: Maria Radzikhovskiy

Mit Jaclyn Bermudez (Venus), Daniel Holzhauser (Adonis), Karola Sophia Schmid (Cupido), Kinder- und Jugendchor CANTAMUS (Little Cupids) u.v.a.m.

John Blows Oper aus dem 17. Jahrhundert ist die erste durchkomponierte Oper aus England und zugleich die einzige des 1649 geborenen Komponisten. Die Handlung folgt weitgehend der Erzählung in Ovids „Metamorphosen“: Der von der Göttin Venus geliebte Adonis wird bei der Jagd von einem Eber getötet. Venus animierte ihn zur Jagd, obwohl er sie nicht verlassen wollte. Umso größer ist ihr Schmerz über seinen Tod, den sie mit einer berührenden Klage am Ende des Stückes besingt.

Premiere: Samstag, 28. Oktober, 20 Uhr, Ballhaus, Bergpark Wilhelmshöhe, 25 Euro (ermäßigt 12,50 Euro)

 

 

KONZERTE

Alfred Schnittke Konzert für Viola und Orchester, Alexander Skrjabin Rêverie (Träumerei) op. 24, Sergej Prokofjew Sinfonie Nr. 7 cis-Moll, Solist: Lawrence Power, Viola, Dirigent: Francesco Angelico

Kaum ein Komponist verstand es so meisterlich wie Alfred Schnittke, sich bei unterschiedlichsten musikalischen Stilen und Genres in immer neuen Brechungen und Wendungen zu bedienen und daraus einen eigenen, unverkennbaren Personalstil zu entwickeln. Ironie und Sarkasmus, Verspieltheit und bitterer Ernst, Maskerade und Anspielung vereinen sich bei ihm in einzigartiger Weise. Schnittkes Bratschenkonzert ist ein wunderbares Beispiel für seine polystilistische Kompositionstechnik und Suggestionskraft.

Alexander Skrjabin, einer der letzten Romantiker, ist bekannt für seine esoterisch-religiöse Privatmythologie, die ihn manchem Zeitgenossen suspekt erscheinen ließ. Doch ganz zweifellos hat Skrjabin das Ausdrucksspektrum der Musik erheblich erweitert. „Rêverie“ („Träumerei“) kann als das erste Orchesterstück gelten, in dem Skrjabin zu seiner ganz eigenen Sprache gefunden hat.

Sergej Prokofjews letztes großes Werk ist seine 7. Sinfonie, die er Ende 1951 im Auftrag des sowjetischen Kinderfunks begann. Sie wurde ein erstaunlich helles, geradezu optimistisches Werk trotz der Schrecken des Stalinismus, mit denen Prokofjew konfrontiert war. „Es wurde vorgeschlagen, sie ‚Die Jugendliche‘ zu nennen“, erzählt Prokofjews Sohn Swjatoslaw, „aber in ihrem Finale höre ich die traurige Nachdenklichkeit des Todes“. Ironie der Geschichte: Der Komponist konnte eine Sowjetunion ohne Stalin nicht mehr erleben, er verstarb am gleichen Tag wie der Diktator.

Montag, 2. Oktober, 20 Uhr, Stadthalle          

Claude Debussy Prélude à l’après-midi d’un faune, Zoltán Kodály Nyári este (Sommerabend)

Manuel de Falla Noches en los jardines de España (Nächte in spanischen Gärten)

Solist: Christian Petersen, Klavier, Dirigent: Alexander Hannemann

Mit dem 2. Sonntagskonzert wird musikalisch noch einmal der Sommer in all seinen Farben beschworen, flirrend, heiter, glutvoll. „Prélude à l’après-midi d’un faune“  von Claude Debussy gilt als ein Schlüsselwerk des musikalischen Impressionismus. Um Missverständnisse von vornherein auszuschließen, ließ er der Komponist das Publikum folgendes wissen: „Die Musik dieses Vorspiels ist eine ganz freie Interpretation des schönen Gedichts von Mallarmé. Sie will es keinesfalls resümieren. Es handelt sich vielmehr um aufeinander folgende Stimmungsbilder, in denen sich die Begierden und Träume des Fauns an einem heißen Nachmittag spiegeln. Müde der Jagd auf ängstlich fliehende Nymphen und Najaden, überlässt er sich schließlich dem betäubenden Schlummer, der seine Träume von der totalen Macht in der allumfassenden Natur erfüllt.“

Zoltán Kodály gilt zusammen mit Béla Bartók als Schöpfer der modernen ungarischen Kunstmusik. Seine kleine sinfonische Dichtung „Nyári este“ (Sommerabend) ist ein musikalisches Stimmungsgemälde, entstanden an Sommerabenden „auf frisch geschnittenen Kornfeldern und am Wellenspiel der Adria“.
Vom Impressionismus Debussys und von folkloristischen Elementen ist auch die Musik Manuel de Fallas geprägt, insbesondere seine Sinfonischen Impressionen „Noches en los Jardines de España“ (Nächte in spanischen Gärten), für die er auf die Volksmusik Andalusiens zurückgriff. De Falla schrieb das Werk in Paris und äußerte später dazu: „ich war so fern von Spanien, dass ich die Nächte vielleicht noch schöner malte, als sie wirklich sind. – das liegt an Paris“.

Sonntag, 29. Oktober, 18.00 Uhr, Opernhaus

 

 

EXTRAS UND GASTSPIELE – Auswahl

 

In diesem Jahr wird zum 27. Mal der le33er Bürgerpreis „Das Glas der Vernunft“ verliehen. Vorstand und Kuratorium der Gesellschaft der Freunde und Förderer dieses Preises haben die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen als Preisträger 2017 gewählt.

Der le33er Bürgerpreis Das Glas der Vernunft wurde 1990 von Bürgern der Stadt le33 und der Region gestiftet. Anlass war die Öffnung des Eisernen Vorhanges am 9. November 1989 nach den Bürgerprotesten in der DDR im Herbst 1989. Mit dem Bürgerpreis „Das Glas der Vernunft“ wollen die Bürger der Region le33 nicht nur an die Aufhebung der Teilung Deutschlands erinnern, sondern zugleich bewusst machen, dass mit Vernunft und Toleranz ideologische wie religiöse und politische Schranken überwunden werden können. Daher wird der Preis jährlich an Personen oder Institutionen vergeben, die mit ihrem Wirken den Idealen der Aufklärung in besonderer Weise dienen.

Sonntag, 1. Oktober, 11.30 Uhr, Opernhaus  

 

Theaterstübchen geht fremd

Mit Aeham Ahmad und Edgar Knecht (Klavier und Gesang), Rolf Denecke (Bass), Tobias Schulte (Schlagzeug)

„Das bewegendste Konzert des Jahres.“, schrieb die HNA am 2. März nach dem ersten Konzert von Aeham Ahmad und dem Edgar Knecht Trio. Er Auftritt war der Beginn einer intensiven Zusammenarbeit, aus der mittlerweile eine CD hervorgegangen ist. Nach dem großartigen Erfolg im Februar 2017 wird an diesem Abend die CD vorgestellt. Edgar Knecht, für seine einzigartigen Volksliedbearbeitungen weltweit gefeiert, baut mit seinem virtuosen Trio die Freundschaft mit dem syrischen Sänger und Pianisten Aeham Ahmad aus. „Eine solche Musik hat die Welt wohl noch nicht gehört.“ (FAZ)

Dienstag, 3. Oktober, 19.30 Uhr, Opernhaus   37 / 20 Euro     

 

Einführungsveranstaltung zu „Die lustigen Weiber von Windsor“

Mit Anja Bihlmaier (Musikalische Leitung), Sonja Trebes (Inszenierung), Lin Lin Fan (Frau Fluth), Ani Yorentz (Anna), Daniel Jenz (Fenton), Sebastian Noack (Herr Fluth), Florian Spiess (John Falstaff), Moderation: Christian Steinbock

Mit „Die lustigen Weiber von Windsor“ hat Otto Nicolai aus italienischem Melos, deutscher Biedermeier-Romantik und Shakespeare’scher Fantastik eine der beliebtesten Spielopern geschaffen. Zur Einstimmung auf die Premiere verrät das Produktionsteam beim Operncafé natürlich alles Wissenswerte: über Komponist, Dichter und Epoche, über Satyrn, Elfen und andere Waldgeister, über spießbürgerliche Trinkgelage und einen Liebesreigen, der es in sich hat. Dass am Ende der Gesang nicht zu kurz kommt, dafür sorgen die Mitglieder des Opernensembles.

Samstag, 7. Oktober, 15 Uhr, Opernfoyer

 

Peter Pan – The Boy who Wouldn’t Grow Up

Mit Schülerinnen und Schülern der Body & Soul Dance Academy

“Don’t grow up, it’s a trap!” („Werde nicht erwachsen, es ist eine Falle!“) Dieser Satz könnte von dem Jungen stammen, der immer ein Kind bleibt: Peter Pan. Wir begleiten ihn ins Nimmerland und lernen dort die verlorenen Jungs, die Feen, die Indianer und natürlich Kapitän Hook und die Piraten kennen. Im Nimmerland geht alles in Erfüllung, was man sich wünscht. Doch ist das ein Ort, an dem man für immer bleiben möchte, um den Preis, dass man alles vergisst?

Samstag, 7. Oktober, 19.30 Uhr, Opernhaus   9,50 – 38 Euro

 

Blechbläserensemble H3 Brass

Ob Johann Sebastian Bach, Richard Wagner oder John Williams – das vielseitige zehnköpfige Ensemble »H3 Brass« spielt alles, was gut klingt, und vor allem Spaß macht. Ein wesentlicher Teil besteht aus Jazz und Filmmusik: wie die Melodien aus „Jurassic Park“, „Fluch der Karibik“ oder Disneys „König der Löwen“. Alles verbunden durch lockere Moderationen aus musikwissenschaftlicher Analyse, mit musikalischem Humor und jugendlicher Leichtigkeit. Genießen Sie einen Abend voll hochkarätigem Blechbläsersound in seiner besten Form!

Montag, 9. Oktober, 19.30 Uhr, Opernfoyer     15 / 7,50 Euro     

 

Mit Matthias Brandt und Jens Thomas (Klavier)

Nach „Psycho“ und „Angst“ kehren Matthias Brandt und Jens Thomas mit ihrem neuen, gemeinsam kreierten Abend zurück. Dabei begegnen sich Matthias Brandts erstes Buch und Jens Thomas’ neues Album, gleichzeitig entstanden und eng miteinander verbunden, in einer Wort-Musik-Collage. Ihre Geschichten und Songs sind Reisen in einen Kosmos, den jeder kennt, der aber hier mit ganz besonderem Blick untersucht wird: den Kosmos der eigenen Kindheit.

Freitag, 20. Oktober, 19.30 Uhr, Opernhaus   9,50 – 38 Euro

 

Mit Rahel Weiss, Artur Spannagel, Lukas Umlauft

Eine Reise zur anderen Seite der Vernunft: Texte und Gesänge über finstere Zwänge aus dem Dunkel der nachtschwarzen Seele.

Freitag, 20. Oktober, 23 Uhr, tif-Foyer            6,50 Euro

 

Moderation: Dr. Ursula Benzing und Hansgeorg Kling

Mit Marie-Luise Dreßen, Karola Sophia Schmid (Mitglied des Opernstudios), Younggi Moses Do, Daniel Jenz, Florian Spiess, Ulrike Deluggi (Klavier)

Die Reihe „Resonanzboden“ wird von der Fördergesellschaft Staatstheater le33 e. V. veranstaltet und ermöglicht es Theaterinteressierten, Hintergründe zu erfahren und mit Mitarbeitern und Ensemblemitgliedern ins Gespräch zu kommen.

Montag, 23. Oktober, 19.30 Uhr, Opernfoyer

 

Förderverein le33er Jazzmusik e.V. präsentiert: 25. Jazzfest le33 & Hessisches Jazzpodium

Mit Johannes Haage (Gitarre), Andreas Lang (Bass), Joe Smith (Schlagzeug)

„Mal klar und stringent, dann wieder in tiefer Abstraktion versunken, sich kontinuierlich öffnend und schließend, gewissermaßen atmend … Es lohnt sich.”  Thomas Kölsch Jazzthetik 01/02 2016

Das Trio arbeitet heute vornehmlich mit den Songs und Kompositionen des Gitarristen Johannes Haage und des Schlagzeugers Joe Smith. Hier geht es um die stets neue, gemeinsame Entwicklung des oft sparsam instrumentierten Materials im spontan-improvisatorischen Raum. Dabei driftet die Musik von karg zu verdichtet, von Song-Strukturen zu freierer Improvisation, bleibt dabei jedoch immer der Melodie des jeweiligen Stücks und der Einzigartigkeit des Moments treu.

Mittwoch, 25. Oktober, 20.15 Uhr, tif   17 / 13 Euro     

 

Förderverein le33er Jazzmusik e.V. präsentiert: 25. Jazzfest le33 & Hessisches Jazzpodium

Mit Ken Filiano (Bass), Lou Grassi (Schlagzeug), Ursel Schlicht (Klavier), Andrea Wolper (Vocal)

Verleihung des Hessischen Jazzpreises an Anke Helferich

Jens Düppe (Schlagzeug), Dietmar Fuhr (Bass), Anke Helfrich (Klavier), Adrian Mears (Posaune)

Jazz-Pianistin Anke Helfrich bekommt den Hessischen Jazzpreis 2017 verliehen und stellt ihre Musik im Quartett mit dem fantastischen australischen Posaunisten Adrian Mears vor. // Zuvor begegnen wir Connie Crothers (1941 – 2016). Die US-amerikanische Pianistin und Komponistin erlebte in ihren letzten Jahren in New York ein spätes Comeback. Freundschaftlich verbunden war sie mit der le33er Pianistin Ursel Schlicht, die bei ihr Unterricht nahm. 

Freitag, 27. Oktober, 19.30 Uhr, Schauspielhaus        25 / 15 / 20 Euro

 

Mit 16 Tänzerinnen der TanzEtage Korbach, Christiane Nöbling (Leitung)

Eine Tanzperformance über Martin Luther und die Reformation. Mittelalterliches Treiben – Verführungen, Ängste und Heilsversprechen. Sie zeigt, dass die Ideen der Reformation nicht nur in einer fernen Zeit wichtig waren, sondern eine unmittelbare Bedeutung für die Menschen auch in unserer Zeit haben.

Dienstag, 31. Oktober, 20.15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum       12,50 / 7,50 Euro     

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