Jeder kann kochen er braucht nur Mut: Aalsuppe

Ostern rückt immer näher und die Fastenzeit endet dann endlich, dummerweise aber erst am Ostersonntag mit dem Braten. Bis dahin gilt noch immer die Fastenzeit seit Aschermittwoch. Das heißt aber nicht, dass man Trübsal blasen muss und karg zu leben hat. Ich habe einige Vorschläge fürs Ostermenü für euch. Für den Karfreitag schwebt mir eine Aalsuppe vor. Die ist zwar etwas teurer als eine normale Fischsuppe, aber es gibt ja auch was zu feiern!

Wenn ich mal von der Ernährungsempfehlung der Bundesregierung ausgehe, sollte mindestens ein Mal die Woche Fisch auf dem Tisch stehen. Wer das berücksichtigt, hat jede Menge Abschnitte wie Bauchlappen, Gräten, Karkassen und Haut im TK vorrätig. Ich sage ja immer, alles aufheben im Frost und wenn die Menge groß genug ist, was Leckeres draus zaubern. Ich unterstelle Euch jetzt mal, Ihr habt ca. zwei Kilo „Fischabfälle“ gebunkert. Daraus wird jetzt ein Fond.

Zutaten:

 

            2 kg Fischreste

            2      Möhren

            2      Zwiebeln

            1      Knofi

            ½     Bund Stangensellerie

            1      Fenchel

            5     Tomaten, gehäutet ohne Kerne

            nach Geschmack Pastis, Wermuth und Weißwein.

 

Das Gemüse wird gewaschen und geputzt und in kleine Stücke geschnitten. Nehmt Euch einen großen Topf und schwitzt darin in Butter die Zwiebeln und den Knofi glasig an. Dann kommen alle restlichen Gemüse bei. Gewürzt wird mit Anis, Fenchelsamen, etwas Kumin. Mit Weißwein oder wenn euch der Geschmack nach anderem Alkohol steht ablöschen und die Fischreste beigegeben. Alles sollte 20 Min ziehen, nicht kochen. 5 Min vor Ende werden die Tomaten zugegeben. Um alle Trübstoffe auszufiltern reicht es nicht, den Fond durch ein Sieb zu geben, es sollte schon ein Mikrosieb, besser noch ein Tuch, sein. Jetzt haben wir die Grundlage!

Damit Aalsuppe draus wird, braucht´s natürlich auch einen Aal. Dementsprechend solltet Ihr Euch zwei schöne große Räucheraale kaufen. Denen wird die Haut abgezogen Kopf und Schwanz entfernt und die Mittelgräte, mehr hat er nicht, ausgelöst. Das kommt jetzt alles in den Fischfond. Durch das Raucharoma braucht es vorher kein Salz. Die Suppe sollte jetzt ganz langsam ziehen. Wenn sie zu stark reduziert und im Geschmack zu intensiv wird, gebt Wasser bei und siebt wieder ab.

Jetzt steht eine schwere Entscheidung an, denn der Aal, gerade geräuchert, hat einen starken Eigengeschmack. Wer diesen mag, zerpflückt das geräucherte Filet in eine Suppentasse oder -teller und gießt mit der Brühe auf. Serviert wird mit von beiden Seiten in Olivenöl angeröstetem Baguette mit Aioli gratiniert.

Wer es nicht ganz so puristisch mag, bereitet sich noch einmal Gemüse seiner Wahl vor und blanchiert es. Als Einlage wird es wie oben serviert.

Sry liebe Katholiken, aber es soll ja Leute geben, denen die Fastenzeit egal ist, denen sei gesagt, es geht auch gehaltvoller, aber ohne den Herrgott zu bescheißen, denn das passiert am Samstag ja schon mit den Maultaschen. Gebt einfach noch Mal die Gemüse von oben, also Möhren, Stangensellerie und Fenchel bei als Einlage, evtl. auch Rissolletkartoffeln (halb qcm große Kartoffelwürfel).

Weitere Einlage können auch Fischnocken sein. Nehmt vom Aal ein Drittel weg und mischt ihn mit geräucherter Makrele, gebt es in einen Mixer mit etwas Sahne und einem Eigelb und stellt eine Farce her. Diese wird mit zwei Löffeln zu Nocken abgestochen und in der Brühe gar gezogen.

Es gibt also genug Möglichkeiten, Ostern lecker zu beginnen. Wer nun sagt, der Aal ist mir zu teuer und auch ökologisch nicht gerecht, bereitet das Rezept mit dem Fisch zu, der einem passt. Er muss nur fest sein und Geschmack haben.

 

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