EM-Quali: Dänemark zerschellt an Simo’s Mauer

 

In dieser Woche, in der die DKB Handball-Bundesliga pausiert, steht das internationale Geschehen im Blickpunkt. In der Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 geht es in den acht Gruppen jeweils in die nächsten Runden. Während in der Gruppe 1 die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch in Polen ohne MT-Nationalspieler mit einem 26:18-Sieg Platz 1 festigte, steuerte in Gruppe 2 Roman Sidorowicz fünf Treffer zum 28:25-Erfolg der Schweizer über Belgien bei. Für die größte Überraschung dieses Spieltages sorgte allerdings MT-Keeper Nebojsa Simic, der mit Montenegro in Gruppe 8 Weltmeister Dänemark abblitzen ließ.

Als am späten Mittwochabend im Sportski Centar Moraca in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica der Schlusspfiff ertönte, wurde ein Mann von den 4563 Fans und natürlich von seinen Teamkollegen frenetisch gefeiert. MT-Torwart Nebojsa Simic hatte soeben zusammen mit seinen Landsleuten den haushohen Favoriten Dänemark – bisher noch ohne Verlustpunkt – in die Knie gezwungen. Mit 32:31 besiegte Montenegro den amtierenden Weltmeister um Superstar und Welthandballer Mikkel Hansen. Und “Simo“ war mit 15 gehaltenen Bällen der Vater dieser Sensation. Da gab es auch bei der Frohnatur kein Halten mehr – die Freudentränen nahmen ihren Lauf.

„Leute, was ist das? Ich kann es nicht glauben, dass dies der schönste Moment in meiner Spielerkarriere ist. Die Menge hat uns getragen. Mein Trikot ist durch den vielen Schweiß fünf Pfund schwerer. Als das Spiel aus war, konnte ich nicht mehr atmen, konnte es gar nicht glauben, was wir gerade geschafft haben”, sagte der 26-jährige gegenüber der montenegrinischen Tageszeitung “Vijesti”.

Nebojsa Simic war “im Tor eine echte Mauer”, heißt es im Spielbericht auf der Homepage des dänischen Handballverbandes. Dass die Dänen daran zerschellen könnten, deutete sich bereits zur Halbzeit an, als sie “nur” mit einem Tor gegen den vermeintlichen Außenseiter in Front lagen (17:16). Montenegro setzte seine offensive Abwehr auch im zweiten Durchgang erfolgreich fort, störte das Spiel des prominenten Kontrahenten schon beim Aufbau. Und auch die “starke, starke Torwartleistung”, so der dänische Berichterstatter, hielt weiter an. Dänemark war zwar nach einem Treffer von Flensburgs Rechtsaußen Lasse Svan beim 25:25 wieder gleichauf, aber unmittelbar danach katapultierte sich Montenegro mit drei Tore in Folge auf die Siegerstraße.  

“Wir hoffen auf ein Wunder”, hatte der montenegrinische Verband am Tag vor dem Match in seiner Vorschau getitelt. Die Hoffnung begründete man damit, gegen starke Gegner meist gut gespielt zu haben. Fakt aber war, Montenegro stand in der Qualifikationsgruppe 8 zur Europameisterschaft 2020 bis dato auf dem letzten Platz. Sogar noch hinter den Färöern, gegen die sie zum Quali-Auftakt vor eigenen Publikum nur Remis gespielt hatten.

Mit diesem Paukenschlag gegen Dänemark jedoch sind die Chancen wieder gestiegen, im nächsten Jahr beim Zusammentreffen der besten europäischen Teams dabei sein zu können – die Chancen für Montenegro und für “Simo”.

Roman Sidorowicz überzeugt im schweizer Team gegen Belgien

Erwartungsgemäß setzten sich in der Qualifikationsgruppe 2 die Schweizer gegen Belgien durch. Vor 2115 Zuschauern in der “Sportoase Philipssite” im belgischen Leuven schlugen die Eidgenossen die Gastgeber mit 28:25. Nach einer souveränen ersten Halbzeit (16:10) leistete sich das Team um Kapitän Andy Schmid, den Spielmacher der Rhein-Neckar Löwen, im zweiten Durchgang eine Schwächephase, Belgien kam auf 20:18 heran.

Dennoch geriet der Sieg nie in Gefahr. Auch weil neben Schmid (7/1 Tore) und Leipzigs Kreisläufer Alan Milosovic (4) auch MT-Spieler Roman Sidorowicz (5) als treffsicherer Schütze auf den Plan trat.

Und so geht es weiter in der EM-Qualifikation

Am Samstag, 13.04.2019, stehen die jeweiligen Rückspiele auf dem Programm:
Gruppe 1: 14;00 Uhr, Deutschland – Polen, Gerry-Weber-Stadion, Halle/Westfalen (ausverkauft)
Gruppe 2: 14:00 Uhr, Schweiz – Belgien, BBC Arena Schaffhausen (Schweiz)
Gruppe 8: 20:15 Uhr, Dänemark – Montenegro, Royal Arena Kopenhagen (Dänemark)

 

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