Alles für die Tonne?

 

Nairobi/Hamburg – Die Hoffnung auf ein weltweites Abkommen gegen Plastikmüll im Meer gerät ins Wanken, warnt die Umweltorganisation WWF.  Bei den laufenden Verhandlungen auf dem UN-Umweltgipfel  in Nairobi ist derzeit keine Einigung in Sicht. Zwar unterstützt eine deutliche Mehrheit der teilnehmenden Staaten die Initiative,  internationale, rechtlich bindende Maßnahmen gegen den Eintrag von Plastikmüll ins Meer unter dem Dach der UN auszuarbeiten. , nur ein Industriestaat und ein Entwicklungsland stehen dagegen. Üblicherweise werden Entscheidungen der UNEA  jedoch nur ohne Gegenstimme getroffen.  Daher ist ein Kompromiss auf niedrigstem Niveau zu erwarten. Der WWF erneuert seine Forderung nach einem verbindlichen internationalen Ansatz:

„Die Haltung der beiden Staaten, die eine solche Übereinkunft verhindern wollen, ist zynisch, denn pro Minute gelangt eine LKW-Ladung Plastikmüll in die Weltmeere. Wir brauchen eine gemeinsame, globale Antwort, mit der sich die Regierungen dieser Welt dazu verpflichten, die Vermüllung unseres Ozeans zu beenden.  Wenn die Staatengemeinschaft es auf dem höchsten Umweltgipfel nicht schafft,  ein Mandat auf den Weg zu bringen, gefährdet das die globale Zusammenarbeit und untergräbt sämtliche Bemühungen, die Plastikflut global einzudämmen“, warnt Alois Vedder, Leiter Politik beim WWF Deutschland. „Eine rechtlich bindende Vereinbarung ist entscheidend, um Regierungen in die Verantwortung zu nehmen und ehrgeizige Schritte gegen Plastikverschmutzung zu unterstützen. Deutschland muss nun zeigen, was seine Position als Befürworter innerhalb der EU im weiteren Prozess wert ist“

Bürgerinnen und Bürger wünschen sich mehr Engagement im Kampf gegen die Vermüllung der Meere. 300.000 Menschen weltweit haben innerhalb weniger Wochen eine für ein verbindliches Abkommen gegen den Eintrag von Plastikmüll in den Ozean bisher unterzeichnet, in Deutschland alleine fast 110.000. Ein kürzlich veröffentlichter warnt, dass ohne einen drastischen Kurswechsel weitere 104 Millionen Tonnen Plastik  bis zum Jahr 2030 in die Umwelt gelangen könnten.

 

Original Content von: WWF Deutschland präsentiert durch das leh3 Journal

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