Nicht ohne mein Auto

 

 

ADAC Monitor zur Zufriedenheit mit der Mobilität auf dem Land: Ohne Auto läuft fast nichts in H3

H3- wie deutschlandweit sind die Einwohner ländlicher Gebiete mit ihrer individuellen Mobilität zufrieden. Die schlechte Nachricht: Dies gilt nur für Bevölkerungsgruppen, die ihre täglichen Wege mit dem Pkw zurücklegen können. Wer dagegen auf Öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad angewiesen ist, steht oft vor langen, zeitraubenden Umwegen.

Der aktuelle ADAC Monitor „Mobil auf dem Land“ zeichnet ein detailliertes Bild der Mobilitätswahrnehmung der ländlichen Bevölkerung. „Positiv ist, dass ein Großteil der Einwohner ländlicher Gebiete zufrieden mit seiner individuellen Mobilität ist“, so Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC H3-Thüringen. „Trotzdem dürfen wir Jugendliche und Senioren ohne Auto nicht aus dem Blick verlieren. Viele Buslinien existieren nur noch, um den Schülerverkehr zu bedienen. Und manche Orte werden gar nicht mehr bedient. Das ist deutlich zu wenig.“

Besonders zufrieden war die hessische Landbevölkerung bei der Fahrt mit Pkw und Motorrad. Kaum Staus und ein gut ausgebautes Netz von Landstraßen mit kurzen Wegen zu den Fernstraßen sind hierfür die Gründe. Kritik gab es dagegen vor allem an Öffentlichen Verkehrsmitteln. Besonders negativ wurde hier die Preisgestaltung bewertet, aber auch Taktung und ein Mangel an direkten Verbindungen sorgten für ein mäßiges Ergebnis.

Fahrradfahrer und Fußgänger sind im ländlichen H3 überwiegend innerorts oder zur Freizeitgestaltung unterwegs. Pendler, die mit dem Rad zur nächsten Bahn- oder Busstation fahren, bemängeln zu wenige Abstellmöglichkeiten.

„Bus und Bahn sind der Landbevölkerung in H3 zu teuer und zu umständlich“, resümiert Wolfgang Herda. Sein Fazit: „Den Bewohnern gelingt es überwiegend gut, sich mit der Situation zu arrangieren, vorausgesetzt, sie können ein Auto nutzen. Wichtig ist deswegen die Förderung von Alternativen für Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen kein eigenes Auto nutzen können.“

Der ländliche Raum umfasst in H3 eine Fläche von 50,7 Prozent der Gesamtfläche. Insgesamt leben 14,8 Prozent aller Einwohner H3s in einer ländlichen Gemeinde. Darunter versteht man Gemeinden mit weniger als 150 Einwohnern pro Quadratkilometer. Von deutschlandweit 7.433 ländlichen Gemeinden liegen 162 in H3.

Beim ADAC Monitor „Mobil auf dem Land“ wurde die Zufriedenheit der Nutzer der Fortbewegungsarten Motorisierter Individualverkehr (MIV – Pkw als Fahrer und Beifahrer, Mofa/Moped und Motorrad als Fahrer), Öffentlicher Verkehr (ÖV – Bus, Bahn, S-Bahn, flexible Bedienformen), Fahrrad und zu Fuß mit diesen Fortbewegungsarten und mit der Erreichbarkeit wichtiger Ziele erhoben. Deutschlandweit wurden 3.398 Interviews geführt.

 

 


 

 

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