Am 21. November ist wieder Kinotag in der Stadthalle Melsungen.

 

Gleich zwei tolle Filme werden an diesem Tag gezeigt werden.

Sowohl für die Kinder als auch für die Erwachsenen gibt es einen Grund mal wieder einen Kinofilm anzuschauen.

Es gibt sogar ein Kombipaket zu kaufen für beide Veranstaltungen

 

Für die Kinder wird um 16.00 Uhr der Film „Die Unglaublichen 2 – Hier brennt die Hütte!“ gezeigt.

Eintritt 5,00 € – Tickets ausschließlich an der Tageskasse

Für die Erwachsenen wird 19.30 Uhr der vielversprechende Film „Book Club – Das Beste kommt noch“  mit Jane Fonda und Diane Keaton gezeigt.

Vier Damen älteren Semesters entdecken durch den skandalträchtigen Erfolgsroman „Fifty Shades of Grey“ ihre Lust auf die Liebe und das Leben neu.

Eintritt 7,00 € – Tickets ausschließlich an der Tageskasse


DIE UNGLAUBLICHEN – 2

Vor rund vierzehn Jahren setzte Pixars Superheldenfilm „Die Unglaublichen” neue Maßstäbe in puncto Storytelling und Inszenierung von Animationsfilmen. Die digitale Technik macht es möglich, dass die Fortsetzung nun trotzdem unmittelbar nach der Handlung des Vorgängers einsetzt, ohne dass die im PC konservierten Protagonisten gealtert sind. Der Regisseur und Autor Brad Bird („Ratatouille“, „A World Beyond“) erfüllt die hohen Erwartungen an das Sequel und legt einen emotional runden, sehr lustigen, extrem unterhaltsamen Animationsfilm mit klasse Actionszenen vor.

Wie zwischendurch mal die „Avengers“ lebt die fünfköpfige Superheldenfamilie, bekannt als die „Unglaublichen“, neuerdings in einer Welt, in der Superheld/innen per Gesetz verboten wurden. Helen und Bob aka Mr. und Mrs. Incredible sowie Tochter Violet, Sohn Dash und das Baby Jack-Jack (Stimmen OV: Holly Hunter, Craig T. Nelson, Sarah Vowell, Huck Milner) hadern mit der ungeliebten Situation. Sie ärgern sich über Politiker, die nervös werden, wenn Leute einfach nur Gutes tun, ohne dafür etwas zu verlangen.
 
Da kommt das Angebot des wohlhabenden Winston (Bob Odenkirk) und seiner exzentrischen Schwester Evelyn (Catherine Keener) gerade Recht: Helen soll als Lobbyistin für Superhelden auftreten, um das Gesetz wieder zu ändern. Während Violet unter ihrem neuen Namen „Elastigirl“ undercover zur Tat schreitet, soll Bob im neuen Luxusheim der Familie auf die Kinder aufpassen… Als der Bösewicht „Screen-Slaver“ auftaucht und die Gedanken aller Menschen kontrollieren kann, sobald diese auf einen Bildschirm schauen, agiert die Heldenfamilie wieder so nachdrücklich und aufeinander eingespielt wie eh und je.
 
Der aktuelle Trend, starke Frauenfiguren im Actiongenre zu inszenieren (siehe u.a. „Atomic Blonde“), mag verdächtig erscheinen, weil er aus einem wichtigen Gesellschaftsthema, dem der Gleichberechtigung zwischen Mann, Frau und „Sternchen“, Kapital schlagen will. Dennoch erscheint Repräsentation wichtig, gerade im Kinder- und Jugendsegment. Hier trifft Brad Bird exakt ins Schwarze, wenn er Rollen- und Geschlechterbilder unverkrampft-komisch darstellt, ohne den Unterhaltungswert zu verg3. Während das Baby Jack-Jack immer mehr und immer absurdere neue Fähigkeiten offenbart – jedes Schweizer Taschenmesser würde vor Neid erblassen – ringt Bob mit der Hausmannskost und Helen brettert auf ihrem Elastibike über den Asphalt. Das Baby im Clinch mit einem Waschbär kann locker als eine der lustigsten Sidekick-Szenen aller Zeiten bezeichnet werden.
 
Inszeniert hat das der Oscarpreisträger Brad Bird exakt auf den Punkt und ohne jede Länge. Emotion, Humor, Spannung und Action halten sich die Waage: Nie wird es dumm, nie öde. Dazu erklingt die hervorragende Musik des Filmkomponisten Michael Giacchino („Oben“). Auffallend schön fällt die Lichtsetzung auf, wenn immer wieder das Abendrot den Himmel erleuchtet und Lampen viele Farbakzente setzen.
 
Der Plot der lang angekündigten Fortsetzung und wie dieser sich entwickelt, ähnelt den Sujets üblicher Filme des nach wie vor zugkräftigen Superheldengenres sehr, auch und gerade in der Inszenierung der zwei großen Actionszenen. Nur, dass „Die Unglaublichen 2” in fast allen Aspekten die Nase vorn hat und sogar ein Stück runder ausfällt als Birds ohnehin schon erstklassig inszenierter Originalfilm. Aller Parallelen zum Trotz setzt Birds Film sich vom Einerlei ab: „Die Unglaublichen 2” ist ein Familienheldenfilm für die ganze Familie – und einer der gelungensten Animationswerke der letzten Jahre. Ein Film, in dem Diskussionen über das kindliche Zähneputzen, die Verknalltheit der Tochter und Abenteuer à la James Bond Hand in Hand gehen. (Christian Horn)

USA 2018, Drehbuch & Regie: Brad Bird, Animationsfilm, 118 Min., ab 6 J.



 

BOOK CLUB – DAS BESTE KOMMT NOCH

(L-R) Candice Bergen, Diane Keaton in the film, BOOK CLUB, by Paramount Pictures

Vier Damen älteren Semesters entdecken durch den skandalträchtigen Erfolgsroman „Fifty Shades of Grey“ ihre Lust auf die Liebe und das Leben neu. In den USA wurde „Book Club“ bereits zu einem Achtungserfolg und angesichts der charmant-zeitlosen Inszenierung ist das auch kein Wunder.

Vivian (Jane Fonda), Diane (Diane Keaton), Carol (Mary Steenburgen) und Sharon (Candice Bergen) sind seit der Schulzeit die besten Freundinnen. Seit vielen Jahren treffen sie sich regelmäßig im Rahmen eines Buchclubs, um einander Bücher vorzustellen und gemeinsam über allerlei geschriebene Werke zu diskutieren. Nun ist „Fifty Shades of Grey“ dran – er skandalumwitterte Erotikroman von E.L. James. Bis zum nächsten Treffen sollen die Frauen den ersten Roman gelesen haben, um sich anschließend darüber auszutauschen. Doch obwohl sich vor allem Diane an der miserablen Qualität des Buches stört, erwecken die darin geschilderten Sexfantasien erotische Gelüste bei den Frauen. Sie alle fangen an, ihre Beziehungen und Lebensentwürfe zu überdenken, daten Männer oder melden sich in Online-Partnerbörsen an…

Immerhin sind die Probleme, die die vier Hauptfiguren hier ausdiskutieren, vielseitig: Vom Abflachen der Libido im hohen Alter, über eine Bevormundung durch die Kinder bis hin zum sich Sehnen nach einer neuen Liebe, handelt „Book Club“ von allen Möglichen Facetten, die das romantische Beisammensein auch im hohen Alter mit sich bringt. Das, was den Damen hier im Zuge ausschweigender Verabredungen so passiert, ist dann entsprechend auch nicht weniger peinlich, als das unbeholfene, allererste Date mit dem Mann oder der Frau seiner Träume.

Getragen wird „Book Club“ erwartungsgemäß von seinem stimmigen Ensemble. Jane Fonda („Ewige Jugend“), Diane Keaton („Das grenzt an Liebe“), Candice Bergen („Liebe zu Besuch“) und Mary Steenburgen („The Last Man on Earth“) nimmt man ihre jahrzehntelange Freundschaft zu jedem Zeitpunkt ab, denn die Frauen geben einander nicht bloß Rückhalt, sondern animieren sich auch aktiv gegenseitig dazu, endlich Dinge zu tun, die man schon immer tun wollte und alte Probleme aus der Welt zu schaffen. Passend dazu zeichnet das Skript von Bill Holderman und Erin Simms (schrieben die vier Grazien obendrein als vollkommen gegensätzlich zeichnet. Das ist zwar nicht besonders originell – im Grunde basiert jede Ensemblekomödie auf diesem Prinzip. Doch durch die episodenfilmartige Inszenierung unterliegt jedes Kapitel einem anderen Tonfall. Am Ende ist in „Book Club“ für jeden Zuschauer etwas dabei – ganz egal, ob alt oder jung. (Antje Wessels)

USA 2018, Regie: Bill Holderman, Darsteller: Jane Fonda, Diane Keaton, Candice Bergen, Mary Steenburgen, Andy Garcia, Craig T. Nelson, Don Johnson, 104 Minuten, ab 0 J.


 

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