ESA:Medizinische Forschung im ewigen Eis

 

ESA – Während auf der lehalbkugel langsam der Winter einkehrt, erwachen die Forschungsstationen in der Antarktis aus ihrem langen, dunklen Winterschlaf und die Mitarbeiter erhalten nach monatelanger Isolation bald wieder frische Vorräte.

Das Leben in der französisch-italienischen Forschungsstation Concordia in der Antarktis ist eine einzigartige Erfahrung und sie ähnelt einem Aufenthalt im Weltraum. Die ESA ist daher auf der Suche nach Forschungsmedizinern, die ein Jahr im ewigen Eis verbringen und untersuchen möchten, wie sich Menschen dem Aufenthalt in extremen Umgebungen anpassen. Haben Sie Interesse daran, ein Jahr in der Antarktis zu verbringen?

Rund um die Concordia herrschen Temperaturen von bis zu –80°C. Die Sonne zeigt sich monatelang überhaupt nicht und im Winter ist die Forschungsstation nicht zugänglich. Damit gehört sie zu den entlegensten und isoliertesten Außenposten der Menschheit. Diese einzigartige Lage sowie die extremen Bedingungen bieten die besten Voraussetzungen, um zu erforschen, wie es der menschliche Körper schafft, sehr weit weg von seiner alltäglichen Umgebung zu überleben. 

Carmen im Concordia-Forschungslabor

Carmen Possnig, die derzeitige ESA-Forschungsmedizinerin in der Antarktis, ist in vielerlei Hinsicht denselben Faktoren ausgesetzt wie die Astronauten in der Internationale Raumstation ISS. Sie führt Experimente in unwirtlicher Umgebung durch und zeichnet die Daten für Wissenschaftler außerhalb der Concordia auf

Das 15-köpfige Team, das sich über den Winter in der Forschungsstation Concordia aufhält, beginnt derzeit damit, die Ankunft der „Sommerforscher“ im November vorzubereiten. Nach monatelanger Isolation werden sie von knapp 80 Experten besucht, die ihre Ausrüstung überprüfen, Sensoren installieren und mehrwöchige Experimente begleiten.

Carmen Possnig wird von der dänischen Ärztin Nadja Albertsen abgelöst, die sich momentan auf ihren Aufenthalt in der Antarktis sowie die Experimente vorbereitet, die sie im Europäischen Astronautenzentrum in Köln sowie im Französischen Polarinstitut IPEV und dem Italienischen Polarinstitut PNRA durchführen wird. Beide Institute sind Eigentümer und Betreiber der Concordia Station.

Concordia Station

Nadja Albertsen wird untersuchen, wie die Isolation das menschliche Gehirn und den Blutdruck beeinflusst und auch extremophilen Mikroorganismen suchen, die extreme Kälte überleben können.

„Die Arbeit unserer Mediziner in der Antarktis ist unverzichtbar für die Vorbereitungen unserer Erkundungsmissionen zu Orten, die weiter von der Erde entfernt sind als der Mond“, so Jennifer Ngo-Anh, ESA-Verantwortliche für den Bereich Wissenschaft im Weltraum in der Abteilung Bemannte und robotische Exploration.

„Die Umgebung ist extrem und der Forschungsaufenthalt ist alles andere als ein Spaziergang, aber Sie werden einen Teil zur menschlichen Erforschung unseres Sonnensystems beitragen. Ich garantiere Ihnen, dass Sie diese Erfahrung niemals verg3 werden.“

 

 

All credits by ESA

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