Ganz schön heiß hier

 

NABU – War das noch Wetter oder ist das schon Klima? Hinter uns liegt ein durchgehend heißer Sommer und selbst im Oktober purzelten weiter die Temperaturrekorde. Zu der Hitze kam die Trockenheit, was nicht nur der Landwirtschaft Probleme bereitete. So manchen Flussaltarm konnte man trockenen Fußes durchqueren. Wiesen und grasige Brachen verdorrten, Wälder brannten.

Die Tierwelt ging mit dem Hitzesommer 2018 unterschiedlich um. Manche Insekten zum Beispiel vermehrten sich prächtig, weil Pilzkrankheiten in diesem Sommer keine Chance hatten. Für das Insektenjahr 2019 muss das aber nichts heißen. In einigen Regionen waren zum Ende des Sommers kaum noch Futter- und Eiablagepflanzen für die nächste Generation zu finden. Und wie der Winter wird, bleibt abzuwarten.

Auch wenn ein einzelner Sommer natürlich keinen Klimawandel ausmacht: Aus vielen Einzelfällen wird ein Trend. Selbst wenn etwa 2019 kühl und regenreich werden sollte, ist der Klimawandel längst da. Die Messreihen über Jahrzehnte zeigen das. 2018 ist nicht die große Ausnahme, sondern die Fortführung einer Entwicklung mit Ausschlägen nach oben und unten.

Lässt sich die Überhitzung stoppen?

Regional und lokal kann sich der Klimawandel ganz verschieden auswirken. In Mitteleuropa sind die Folgen sogar weniger gravierend als in anderen Weltgegenden. In den Polregionen zum Beispiel steigt die Temperatur zwei- bis dreimal so stark wie bei uns.

Global liegt die Durchschnittstemperatur bereits heute um ein Grad Celsius höher als in vorindustriellen Zeiten. Ziel der Weltgemeinschaft ist es, die Erwärmung bei insgesamt weniger als zwei Grad zu stoppen, möglichst bei 1,5. So jedenfalls hat es die in Paris beschlossen. Aber dafür muss man etwas tun. Alle Maßnahmen zusammengerechnet, zu denen sich Staaten bisher verpflichtet haben, würde es 2,5 bis 4 Grad wärmer

Was macht ein halbes Grad aus?

Wie der aktuelle zeigt, wären die Unterschiede zwischen 2 und 1,5 Grad größer als bisher angenommen. Die Korallenriffe würden zu 99 Prozent absterben, das Meereis der Arktis würde drastisch schmelzen, es wären etwa doppelt so viele Arten zusätzlich vom Aussterben bedroht. Gar nicht berücksichtigt ist dabei, dass ab einen gewissen Punkt ganze Klimasystem wie der Golfstrom kollabieren könnten. Schon bei 1,5 Grad könnte es sein, dass in Grönland und in der Antarktis die Eisschmelze unumkehrbar wird.

Um die 1,5 Grad zu erreichen, müsste der Ausstoß von Klimagasen enorm gesenkt werden, bis 2050 müsste er sogar netto bei null liegen. „Handlungstreibend“ nannte der frühere NABU-Präsident und jetzige Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth die Ergebnisse des Reports. Der nächste Klimagipfel Anfang Dezember in Kattowitz wird es zeigen. (elg)

 

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