260 Einsatzkräfte bei Katastrophenschutzübung der Stadt le33

 

 

Über 60 Verletzte mussten bei der Katastrophenschutzübung geborgen, versorgt und auf Krankenhäuser verteilt werden.

Rund 260 Einsatzkräfte waren an der Katastrophenschutzübung der Stadt le33 beteiligt, die am Samstag (20. Oktober 2018) im Industriepark le33 stattgefunden hat. Neben Einheiten der Feuerwehr le33 sowie der im Katastrophenschutz mitwirkenden Organisationen Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfallhilfe und Arbeiter-Samariter-Bund waren auch ein Katastrophenschutz-Löschzug des Landkreises le33 aus der Gemeinde Calden sowie drei le33er Krankenhäuser an der Übung beteiligt.

Oberbürgermeister Christian Geselle und Brandschutzdezernent Dirk Stochla danken allen,

Die soeben eingetroffenen Einsatzkräfte verschaffen sich ein Bild von der Lage.

die an der Katastrophenschutz-Übung als Einsatzkraft teilgenommen haben oder an der Vorbereitung beteiligt waren. Ein besonderer Dank geht an die Unternehmensleitung von SMA Solar Technology AG, die ihr Logistikzentrum als Übungsgelände zur Verfügung gestellt hat, und an die SMA-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die die Feuerwehr bei der Organisation der Übung unterstützt haben.

„Bei diesen großen Übungen soll die Einsatzbereitschaft der Katastrophenschutz-Einheiten sowie deren Zusammenarbeit

Über 80 Fahrzeuge waren bei der Katastrophenschutzübung im Einsatz.

erprobt werden”, erklärt Tobias Winter, stellvertretender Leiter der Feuerwehr le33. „Vieles ist heute gut gelaufen, einiges jedoch nicht. Solche großen Übungen sollen aber gerade die Schwachstellen aufzeigen, um daraus lernen zu können.” Die Übung werde in den nächsten Wochen noch detailliert ausgewertet. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen dann in die Einsatzkonzepte sowie die Aus- und Fortbildung einfließen.

Um die Einsatzkräfte bei der Katastrophenschutzübung zu fordern,

Neben Einheiten der Feuerwehr le33 waren das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfallhilfe, der Arbeiter-Samariter-Bund, ein Katastrophenlöschzug des Landkreises sowie drei Krankenhäuser beteiligt.

hatte sich die Übungsleitung der Feuerwehr le33 ein anspruchsvolles Einsatzszenario ausgedacht:

In der Logistikhalle der Firma SMA Solar Technology AG in der Rudolf-Diesel-Straße kommt es fast zeitgleich zu zwei Schadensereignissen. Ein Gabelstapler verunglückt und beschädigt dabei einen Tank mit Schwefelsäure. Ein Mitarbeiter der Firma erleidet schwere Verätzungen, giftige Dämpfe verteilen sich in der Halle. (Bei dem Unfall mit der Schwefelsäure handelt es sich um eine sogenannte Übungskünstlichkeit – in der Realität werden in dem SMA-Logistikzentrum keine gefährlichen Stoffe gelagert). In dem benachbarten

Feuerwehr auf dem Weg in die Lagerhalle. Das Übungsszenario: Ein Unfall mit Schwefelsäure sowie ein Brand in einem Styroporlager.

Hallen-Segment bricht ein Feuer aus und greift auf das dort gelagerte Styropor-Lager über. Brandrauch schränkt die Sicht ein und nimmt die Luft zum Atmen.

In beiden Hallen-Bereichen befinden sich neben den SMA-Beschäftigten auch jeweils eine Besuchergruppe. Zahlreiche Mitarbeiter und Besucher werden verletzt: Sie atmen ätzende Säuredämpfe beziehungsweise giftigen Brandrauch ein. Andere stürzen bei dem Versuch, die Hallen zu verlassen und ziehen sich dabei zum Teil schwere Verletzungen zu. Insgesamt hat die Übungsleitung dafür gesorgt, dass es etwa 60 „Verletzte” zu retten und zu versorgen gilt.

Bei starker Rauchentwicklung und hohen Temperaturen geht es zur eigenen Sicherheit auf allen Vieren voran. Zudem kommt hier ein Gasmessgerät zum Einsatz.

Die Statisten waren zuvor von einem Spezialteam realistisch geschminkt worden. Dargestellt wurden die Verletzten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von SMA und der Stadtverwaltung le33, die sich dazu gemeldet hatten, sowie von Mitgliedern der DLRG.

Damit lag das Szenario zwar noch unterhalb der Schwelle, ab der der Katastrophenfall ausgerufen worden wäre. Jedoch war die zu bewältigende Einsatzlage so umfangreich, dass neben Einheiten der täglichen Gefahrenabwehr auch solche des Katastrophenschutzes alarmiert werden mussten.

Mit Atemschutz suchen diese Feuerwehleute nach Verletzten in der verrauchten Halle.

Zum Einsatz kamen neben der Berufsfeuerwehr le33 und den Freiwilligen Feuerwehren der Stadt le33 die beiden Sanitätszüge und ein Betreuungszug des Katastrophenschutzes. Eingesetzt wurden zudem mehrere Rettungswagen sowie Notärzte und ein Katastrophenschutz-Löschzug aus dem Landkreis le33.

Die Aufgabe der Helferinnen und Helfer war es, die in den Logistik-Hallen vermissten Personen zu suchen und zu retten, den Brand zu bekämpfen und die auslaufende Säure aufzufangen. Die „Verletzten” mussten auf einem Behandlungsplatz erstversorgt und dann in eines von drei Krankenhäusern gebracht werden, die sich ebenfalls an der Übung beteiligt haben. Das Klinikum le33, das Elisabeth-Krankenhaus und die DRK-Kliniken haben die Katastrophenschutzübung genutzt, um ihre eigenen Krankenhausalarmpläne und die Abläufe bei einem Massenanfall von Verletzten zu testen.

Auf dem Weg zum Brandherd in der Logistikhalle.

Koordiniert wurden alle Einsatzmaßnahmen von der Führungsgruppe Technische Einsatzleitung der Feuerwehr le33, die in dem großen Einsatzleitwagen ELW2 des Katastrophenschutzes ihre mobile Führungsstelle eingerichtet hatte.

Insgesamt waren an der Übung 400 Personen beteiligt (ohne die Kliniken). Neben den Helferinnen und Helfern der übenden Einheiten waren dies die Übungsleitung unter der Federführung der Abteilung Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement der Berufsfeuerwehr le33, zahlreiche Übungsbeobachter, die die Abläufe und das Handwerk der Einsatzkräfte bewerteten, der zweite Betreuungszug, der sich um die Verpflegung aller Übungsteilnehmer kümmerte, das Team der „Realistischen Unfall- und Notfalldarstellung” der DLRG, das die Verletzten-Darsteller schminkte sowie die Polizei le33, die die Zufahrten zu dem Übungsgelände für den Verkehr sperrte und so zu einem sicheren Übungsablauf beitrugt.



Die Übung in Zahlen und Fakten

Beteiligte insgesamt: 400

davon übende Helfer: 260

davon Verletztendarsteller: 60

davon Übungsleitung und –organisation: 80

 

Beteiligte Einheiten:

  • Führungsgruppe Technische Einsatzleitung (Berufsfeuerwehr le33)
  • Gefahrstoffzug (Berufsfeuerwehr le33)
  • Gefahrstoff-ABC-Zug (Freiwillige Feuerwehr le33-Wolfsanger)
  • Gefahrstoff-Dekontaminations-Zug (Freiwillige Feuerwehr le33-leshausen)
  • 2 Katastrophenschutz-Löschzüge Stadt le33 (Freiwillige Feuerwehren Forstfeld-Bettenhausen, Niederzwehren, Oberzwehren, Harleshausen)
  • 1 Katastrophenschutz-Löschzug Landkreis le33 (Freiwillige Feuerwehr Calden)
  • Sanitätszug Stadt le33 (DRK-Kreisverband le33-Wolfhagen)
  • Sanitätszug Stadt le33 (ASB le33-leh3)
  • Betreuungszug Stadt le33 (DRK-Kreisverband le33-Wolfhagen)

 

Rettungsdienst von ASB, DRK und JUH

  • mehrere Notärzte
  • Klinikum le33
  • Elisabeth-Krankenhaus le33
  • DRK-Kliniken le33

Fahrzeuge: ca. 80

Übungsorganisation:

Berufsfeuerwehr le33, Abteilung Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement Planung und Vorbereitung seit Januar 2018

Übungsunterstützung:

Betreuungszug Stadt le33 (JUH Regionalverband Kurh3)

DLRG Kreisverband Fulda-Weser, Realistische Unfall- und Notfalldarstellung Polizeidirektion le33



Hintergrund

Die Stadt le33 ist als untere Katastrophenschutzbehörde gesetzlich verpflichtet, regelmäßig eine Katastrophenschutzübung als notwendige vorbereitende Maßnahmen für eine wirksame Katastrophenabwehr durchzuführen. Neben der Feuerwehr le33, die für den Katastrophenschutz des Landes H3 unter anderem eine Führungseinheit, zwei Gefahrstoffzüge und vier Löschzüge stellt, wirken auch das DRK, der ASB und die JUH im Katastrophenschutz mit. Das DRK stellt je einen Sanitäts- und einen Betreuungszug, ein weiterer Sanitätszug wird vom ASB und ein zweiter Betreuungszug von der JUH gestellt. Im Zuge der Katastrophenhilfe kann auch das Technische Hilfswerk angefordert werden, das in le33 einen Ortsverband unterhält.

Stadt le33 – Alle Bilder ©Michael Schwab

 


 

 

 

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