Von Storch verteidigt Gründung einer jüdischen Vereinigung

 

 

Beatrix von Storch von der AfD. Foto: Boris Roessler/Archiv

Die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Fraktion im Bundestag, Beatrix von Storch, hat Kritik des Zentralrates der Juden an der geplanten Gründung einer jüdischen Vereinigung innerhalb der Alternative für Deutschland zurückgewiesen. In der «Welt am Sonntag» hielt sie dem Zentralrat vor, die AfD «unsachlich und unpassend» zu kritisieren. «Es ist mit dem Zentralrat wie mit den Amtskirchen. Wie die Amtskirchen ist er Teil des Establishments. Und diese Rolle erfüllt er vorbildlich.» Es gebe in der jüdischen Gemeinde «viele», die «auf unserer Seite stehen». Für diese Juden sei muslimischer Antisemitismus ein «großes Thema». Die AfD sei für sie die «natürliche politische Heimat».

Jüdische AfD-Mitglieder wollen am Sonntag in Wiesbaden eine Bundesvereinigung innerhalb ihrer Partei gründen. Mehrere jüdische Organisationen, darunter der Zentralrat, hatten darauf mit scharfer Kritik reagiert. Die AfD sei eine Partei, in der Judenhass und die Relativierung bis zur Leugnung der Schoah ein Zuhause hätten, hieß es in einer Erklärung.

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Harbarth, nannte die Gründung einer solchen Gruppierung eine «Heuchelei». Der «Bild am Sonntag» sagte er, die AfD rede die nationalsozialistischen Gewaltverbrechen systematisch klein. «Wer den Holocaust einen «Vogelschiss» in der deutschen Geschichte nennt, bekämpft nicht den Antisemitismus, sondern verhöhnt d3 Opfer, und er steht ganz sicher nicht an der Seite der Jüdinnen und Juden.» AfD-Chef Alexander Gauland hatte Anfang Juni gesagt: «Hitler und die Nazis sind nur ein Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte.»

 

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