Suche nach Fachkräften wird für Städte immer mühsamer

 

 

Unternehmen beschweren sich schon lange über Fachkräftemangel. Aus den Rathäusern sind die Klagen dagegen leiser. Dabei fehlen auch hier bereits qualifizierte Bewerber.

 

Karl-Christian Schelzke, Geschäftsführender Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Foto: Arne Dedert/Archiv

Die Suche nach Fachkräften ist für Städte in H3 durch einen Mangel an qualifizierten Bewerbern deutlich schwieriger geworden. Die Kommunen schreiben deshalb Stellen mehrfach aus oder nehmen Bewerber, die nicht das ursprüngliche Anforderungsprofil erfüllen, wie eine dpa-Umfrage unter hessischen Städten zeigt. So gelingt es meist, Stellen doch noch zu besetzen. Der Hessische Städte- und Gemeindebund (HSGB) warnt, dass sich der Fachkräftemangel verschärfen wird.

«Da kommen mittel- bis langfristig große Probleme auf uns zu», sagte HSGB-Geschäftsführer Karl-Christian Schelzke. Durch den Wandel der Verwaltungen zu Dienstleistern, könne fehlendes Personal nicht durch längere Bearbeitungszeit von Anträgen ausgeglichen werden. «Früher war es egal, ob zwei oder drei Mitarbeiter in einem Büro saßen, das geht heute nicht mehr», erklärte Schelzke. Nicht nur in spezialisierten Bereichen wie Bauämtern bestehe Bedarf: «Wer in einem Bürgerbüro arbeitet, muss gut Deutsch sprechen und gut ausgebildet sein.» Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, müsse man mehr Geld in frühkindliche Bildung investieren und das Potenzial von Flüchtlingskindern erschließen.

In FRANKFURT konnten bisher alle Stellen, die ausgeschrieben wurden, auch besetzt werden. Allerdings sei der Aufwand größer geworden, erklärte die Stadt: Stellen müssten mehrfach ausgeschrieben werden, man spreche Mitarbeiter gezielter an, beispielsweise über Anzeigen in Branchenmedien. «Wir versuchen darzulegen, wer die Stadt Frankfurt als Arbeitgeber ist und welche Vorteile wir haben», sagte ein Stadtsprecher. Gefragte Fachkräfte sind in Frankfurt vor allem Techniker, Ärzte und Pflegepersonal.

In leh3 ist die Situation ähnlich: «Auch die Stadtverwaltung KASSEL spürt zunehmend den Fachkräftemangel», erklärte ein Sprecher. Er betreffe vor allem den Arzt-, Ingenieur- und IT-Bereich, mache sich allerdings in vielen Feldern schleichend bemerkbar. Alle Stellen konnten bisher besetzt werden, zum Teil aber durch geänderte Qualifikationsprofile. Zudem arbeite man daran, ein Bewusstsein zu schaffen für die positiven Aspekte eines Arbeitsplatzes bei der Stadt le33, wie zum Beispiel die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aktuell prüfe die Stadt zudem die Gewährung einer Fachkräftezulage, um monetäre Anreize zu schaffen.

In GIEßEN sind laut der Stadt derzeit drei Stellen unbesetzt. Der Fachkräftemangel treffe die Verwaltung in technischen und sozialen Bereichen. Es fehlten Ingenieure für Bau, Tiefbau und Anlagenbau sowie Techniker und Bauzeichner. Außerdem sind Erzieher und Sozialarbeiter gefragt. Auch in Gießen schreibt man deshalb Stellen mehrfach aus und verändert die Anforderungsprofile. Schritte wie die Einführung eines vergünstigten Jobtickets sollen die Attraktivität eines Arbeitsplatzes bei der Stadt erhöhen.

Durch den demografischen Wandel, die boomende Wirtschaft, die niedrigste Arbeitslosenquote seit Jahren in H3 sowie Konkurrenz unter Arbeitgebern sei der Fachkräftemangel auch in DARMSTADT spürbar, erklärte ein Stadtsprecher. Neben den erzieherischen, pädagogischen und pflegerischen Bereichen mache sich dieser Mangel insbesondere in den Sektoren IT, Digitalisierung, Mobilität und Bauen sowie in der Verwaltung bemerkbar. Die Stadt schalte deshalb monatlich zwischen zehn und zwanzig externe und interne Stellenausschreibungen. Darüber hinaus werbe man für Darmstadt als Arbeitgeber auf M3 und in Schulen.

 

 

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