Grüne: Offene Diskussionen mit Bürgern bewähren sich

 

 

Al Wazir vor AfD Logo auf einer Veranstaltung der Wirtschaft in le33 mit allen eingeladenen Parteien.

Mit dem Erstarken der AfD in Deutschland hat sich die politische Auseinandersetzung nach Ansicht der hessischen Grünen verändert. «Das ist schon ein etwas anderer Wahlkampf, weil wir Angriffe von Rechtsaußen auf unsere demokratische, vielfältige und weltoffene Gesellschaft haben», sagte der Spitzenkandidat zur hessischen Landtagswahl, Tarek Al-Wazir, in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden.

«Wir sind ja in sehr politischen Zeiten», betonte der hessische Wirtschaftsminister. Daher sei derzeit ein Interesse an Politik da – aber die Menschen erlebten gleichzeitig eine Verrohung der politischen Sitten. «Dass es wieder Rechtspopulisten gibt, das treibt die Leute schon um», sagte Grünen-Spitzenkandidatin Priska Hinz. «Und dieses Gefühl, in der Gesellschaft driftet was auseinander.»

Wie sehr die Menschen an dem Thema interessiert sind, zeige sich auch bei so genannten «Townhall-Veranstaltungen» der Grünen. Diese offenen Diskussionsrunden mit Spitzenpolitikern hätten sich bislang im Wahlkampf sehr bewährt, bekräftigte Al-Wazir. Die Bürger könnten fragen «was immer sie wollen und wir reden über Politik. Und das finde ich sehr gut.» Es gebe viele Fragen und es entständen gute inhaltliche Debatten.

H3s Umweltministerin Hinz ergänzte: «Es kommen Leute zu grünen Veranstaltungen, die keine Parteimitglieder sind oder schon immer Grüne wählen, sondern die wirklich wissen wollen: wer ist das und kann ich mein Thema anbringen.»

Auch wenn im Wahlkampf vor fünf Jahren die sozialen Netzwerke bereits eine Rolle spielten – der Ton in den Kommentarspalten ist nach den Erfahrungen der Spitzenpolitiker rauer geworden. «Man merkt schon, dass da teilweise viel Hass unterwegs ist», sagte Al-Wazir. «Ich glaube, teilweise ist es auch gesteuert.»

Aber die Hass-Kommentartoren seien «eine kleine radikale Minderheit», ist Al-Wazir überzeugt. «Die werfen ihre ganze schlechte Laune im Internet über alles, was nicht in ihr Weltbild passt.» Im Landtagswahlkampf sei es wichtig zu zeigen: «Das ist nicht die Mehrheit». Es gebe andere Mehrheiten im Land, die sich für die Lösung von Problemen interessieren und nicht dafür, Probleme immer größer zu machen.

 

 

 

 

 

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