Keine neue Organisationsform für Bad Hersfelder Festspiele

 

 

(c) Steffen Sennewald

Die Bad Hersfelder Festspiele bekommen keine neue Organisationsform. Die Stadtverordneten stimmten am Donnerstagabend gegen eine Ausgründung in eine gemeinnützige GmbH, wie ein Stadtsprecher sagte. Dafür stimmten 19 Abgeordnete, 20 dagegen und schmetterten den Antrag damit ab. Das Theaterfestival bleibt somit ein städtischer Regie-Betrieb, bei dem die Kommunalpolitiker über wichtige Entscheidungen abstimmen können.

Mit der neuen Organisationsform sollte nach Ansicht der Befürworter schnelleres Verwaltungshandeln für die Macher des renommierten Freilicht-Theaterfestivals ermöglicht werden. Ein Ziel sollte mehr Flexibilität im operativen Geschäft sein – zum Beispiel, wenn es um Personalfragen geht und um kurzfristig zu vergebende Aufträge.

Zuletzt ergaben sich wegen der Organisationsform immer wieder Planungsprobleme, vor allem bei den Finanzen. Denn der Intendant organisiert im Zyklus einer jahresübergreifenden Festspielsaison, die städtische Verwaltung rechnet aber nach dem Kalenderjahr ab. Das bedeutet in der Praxis: «Intendant Joern Hinkel plant bereits die Festspielsaison für den kommenden Sommer 2019, aber es gibt noch gar keinen städtischen Haushalt», erklärte eine Festspiel-Sprecherin.

Die Kritiker der Festspiel-Ausgründung befürchteten, dass ihnen weitreichende Kontroll- und Mitsprachemöglichkeiten entzogen würden. Die Befürworter erwidern hingegen, dass auch bei einer Änderung der Rechtsform die Beteiligung der Politik erhalten bleibe – und zwar über die Gesellschafterversammlung und den Aufsichtsrat. Intendant Joern Hinkel und Bürgermeister Thomas Fehling (parteilos) gehörten zu den Befürwortern der gemeinnützigen GmbH.

Stadtsprecher Meik Ebert sagte nach der Abstimmung: «Die Entscheidung gegen die Ausgründung wird dem guten Gelingen der Festspiele nicht schaden. Ich mache mir um die Zukunft keine Sorgen.»

 

 

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