PETA: Bodypainting gegen „Luxusleder“

 

Berlin / Stuttgart – Louis Vuitton verkauft noch immer Taschen aus der Haut von exotischen Tieren wie Schlangen und Alligatoren. Mit einem halbnackten Aktivisten im Alligator-Bodypainting wird PETA daher am Dienstag ab 13:30 Uhr vor dem Luis-Vuitton-Store am Kurfürstendamm auf das immense Leid hinter sogenanntem Luxusleder aufmerksam machen. Die Tierrechtsorganisation appelliert mit der Aktion an das Unternehmen, zu hochwertigem Kunstleder zu greifen, und fordert potenzielle Kunden des französischen Luxuslederwarenherstellers auf, sich tierfreundlich zu kleiden.
 
„Heutzutage möchte niemand mehr ‚Luxusprodukte‘ tragen, für die Tiere getötet werden und für deren Haltbarmachung umweltzerstörende Chemikalien wie Formaldehyd eingesetzt werden“, so Johanna Fuoß, Fachreferentin im Bereich Bekleidung und Textil bei PETA. „Louis Vuitton sollte sich selbst einen Gefallen tun und statt der Haut toter Tiere zu hochwertigem Kunstleder oder pflanzlichen Alternativen auf der Basis von Kork oder Teakblättern greifen.“
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie anziehen. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass Lederalternativen aus synthetischen und pflanzlichen Materialien mittlerweile weitverbreitet sind. Während hochwertiges Kunstleder schon jetzt überall erhältlich ist, werden stetig neue Technologien entwickelt, um aus Pflanzenfasern lederartige Materialien herzustellen: Ananasleder, Weinleder aus den Traubenresten der Weinherstellung sowie Leder aus Pilzen und Kork. Diese Materialien sind nicht nur tierfreundlich, sondern zugleich umweltverträglich und ressourcenschonend.
 
Für „Luxusprodukte“ grausam getötet – Hintergrundinformationen

Undercover-Aufnahmen von PETA USA auf den Lone Star Alligator Farms in Winnie, Texas, zeigen, wie Mitarbeiter Alligatoren mehrmals mit einem Bolzenschussgerät in den Kopf schießen und versuchen, die Tiere dadurch zu töten. Mit einem Teppichmesser schnitten sie den Reptilien in den Hals, um ihre Blutgefäße zu durchtrennen. Einige von ihnen überlebten jedoch und bewegten sich noch minutenlang in Behältern mit Eiswasser. Weitere Aufnahmen entstanden auf den Padenga Crocodile Farms in Kariba, Zimbabwe, Betreiber eines der größten Nilkrokodil-Farmunternehmen weltweit. Auf den drei Farmen wurden allein im Jahr 2014 insgesamt 43.000 Tiere getötet. Obwohl Krokodile viel Platz benötigen, wurden dort bis zu 220 Tiere in eine Betongrube gesperrt und gezwungen, ihr Dasein dicht an dicht gedrängt mit Artgenossen in ihrem eigenen Kot zu fristen. 

Krokodile sind faszinierende, intelligente Tiere, die Werkzeuge verwenden, in Verbänden zusammenleben und ihre Jungen beschützen. Die natürliche Lebenserwartung von Alligatoren liegt bei 50 Jahren, die von Krokodilen sogar bei 80 Jahren und mehr – auf Zuchtfarmen werden Alligatoren allerdings schon im Alter von nur einem Jahr und Krokodile mit drei Jahren getötet.

 

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