30 Jahre Tigerpalast: Großstadt-Varieté erhält Kulturpreis

 

 

Margareta Dillinger und Johnny Klinke stehen mit großen Ziffern auf der Bühne. Foto: Andreas Arnold/Archiv

In einem Frankfurter Hinterhof haben einstige Weggefährten von Joschka Fischer 1988 ein Großstadt-Varieté gegründet. Heute gehört der Tigerpalast zu den führenden Artisten-Bühnen Deutschlands. Zum 30-jährigen Bestehen erhält das Theater an diesem Samstag (22.9.) im Frankfurter Römer den mit 50 000 Euro dotierten Binding-Kulturpreis. Dem Varieté sei es gelungen, eine rare Kunstform wiederzubeleben, heißt es in der Begründung für die Auszeichnung.

Am Abend des 30. September 1988 ging im Tigerpalast, der in ehemaligen Räumen der Heilsarmee in der Innenstadt Platz fand, erstmals der Vorhang auf. Seitdem setzt die Bühne konsequent auf Akrobatik-Künstler und artistischen Tanz. «Wir haben den Nerv getroffen», sagt der Mitbegründer des Tigerpalasts, der Alt-68er und Joschka-Fischer-Freund Johnny Klinke. Er ist stolz darauf, dass das Theater keinerlei Subventionen erhält. Dem Varieté ist seit langem ein Gourmet-Restaurant angegliedert.

Mehr als 150 Mitarbeiter beschäftigt inzwischen der Tigerpalast inklusive mehrerer gastronomischer Töchter. Kern bleibt jedoch das Varieté, das vor allem Klinkes Co-Direktorin Margareta Dillinger managt. Die 65-Jährige, die ebenfalls in der früheren Frankfurter Sponti-Ecke groß wurde, hat den Tigerpalast mitbegründet. Sie ist praktisch bei jeder Vorstellung dabei und hält seit vielen Jahren den Kontakt zu den Künstlern, wie sie sagt.

 

 

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