20 000 Menschen bei Parade zum Christopher-Street-Day

 

 

Tausende sind bei der Parade zum Christopher Street Day durch Frankfurt gezogen. Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender forderten Gleichberechtigung und Toleranz ein. Motivwagen mit lauter Musik und Menschen in schrillen Kostümen sorgten für gute Stimmung.

Teilnehmer der Parade zum Christopher-Street-Day (CSD) ziehen durch die Innenstadt. Foto: Boris Roessler

«Meine Identität ist nicht verhandelbar» – unter diesem Motto sind am Samstag beim Frankfurter Christopher Street Day (CSD) Tausende auf die Straße gegangen. Die traditionelle Parade startete zum 26. Mal in Folge. Vom Römerberg aus zogen am Mittag teils schrill verkleidete Teilnehmer durch die Innenstadt – Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Unter anderem ging es dabei um die Rechte von transsexuellen Menschen, die aus Sicht der Teilnehmer weiterhin ausgebaut werden müssten.

Die Polizei sprach von etwa 4000 Menschen, die zu Fuß oder auf Motivwagen durch die Stadt zogen. Etwa 16 000 Zuschauer hätten die Parade am Mittag begleitet. «Die Parade ist bisher absolut friedlich verlaufen», sagte ein Sprecher der Polizei am Nachmittag. Unter den Zuschauern fanden sich zahlreiche Menschen, die sich als Schwule oder Lesben zu erkennen gaben. Gleichwohl säumten auch viele Menschen die Straßen, die nicht zu diesen Gruppen gehörten. «Wir sehen zwar viele gesellschaftliche Probleme, aber wir freuen uns auch über die mittlerweile herrschenden Freiheiten von Minderheiten», sagte etwa ein älterer Mann, der gemeinsam mit seiner Frau die Parade verfolgte.

Zu sehen waren auf den Straßen Frankfurts zahlreiche Regenbogenfahnen und auch Transparente, auf denen zu Toleranz und Gleichberechtigung aufgerufen wurde. «Liebe gegen Rechts», war beispielsweise auf einem Motivwagen zu lesen. CSD-Pressesprecher Joachim Letschert zog nach der Parade eine positive Resonanz, gleichzeitig warnte er auch vor Selbstzufriedenheit. So sei es zwar ein gutes Zeichen, dass Minderheiten heutzutage mehr Freiheiten genießen. «Darüber freuen wir uns. Aber gleichzeitig können wir nicht davon ausgehen, dass es immer so bleibt», sagte Letschert. So könne sich der Wind je nach politischer oder wirtschaftlicher Lage schnell auch wieder drehen.

Der CSD hatte am Freitag mit einem Straßenfest auf der Konstablerwache begonnen. Am Samstag nach der Demo sollte er offiziell eröffnet werden. Im Begleitprogramm sind unter anderem eine Tombola, ein Poetry Slam, ein Stöckelschuh-Wettbewerb und zum Motto passende Stadtführungen geplant. Der Christopher Street Day, der seit Jahrzehnten in vielen Ländern gefeiert wird, erinnert an Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York: Nach einer Polizeirazzia in einer Bar kam es zum Aufstand von Schwulen und Lesben mit Straßenschlachten in der Christopher Street.

 

 

 

Print Friendly, PDF & Email

leH3 Nachrichten und Berichte von leH3 für leH3