Integration in den Arbeitsmarkt als Schlüssel zum Erfolg – Fachtagung in le33

 

 

Teilnehmende der Fachtagung sowie v.l.n.r.:
Bijan Otmischi (Landkreis le33), Christian Nübling (Leiter des Jobcenter le33), Christian Nübling (Leiter des Jobcenter le33) und Thomas Markhof (Projektverantwortlicher)

Die wesentlichen Schlüssel zur Integration von geflüchteten Menschen sind Bildung und Arbeit. Dieser Überzeugung folgend veranstalteten das ver.di Bildungswerk H3 e.V. in Kooperation mit dem H3campus le33 in den Räumen der vhs le33 und Region am Weltflüchtlingstag, trägerübergreifend für die Region leh3 den 3. Fachtag. Walter Lochmann vom ver.di Bildungswerk H3 e.V. konnte über 40 Teilnehmende aus Betrieben, Bildungseinrichtungen, Beratungsstellen, Behörden, Gewerkschaften und ehrenamtlich Engagierten zur dritten Fachtagung im Arbeitsfeld Geflüchtetenarbeit begrüßen. Für den H3Campus betonte die Sprecherin und Leiterin der Volkshochschule, Katharina Seewald die Wichtigkeit dieser Fachtagung und den konstruktiven Austausch der PraktikerInnen in diesem Feld. Der Projektverantwortliche Thomas Markhof leitete und moderierte den Fachtag und bat um Verständnis, dass trotz aktueller medial zugespitzter Berichterstattung über die Morde in Mainz und Kandel, den sogenannten BAMF-Skandal und die Koalitionskrise der Focus der Veranstaltung beim Thema Kooperation von Behörden, Organisationen und Aktiven in der Geflüchtetenarbeit bleiben soll.

 Vielfältiges Angebot und beeindruckendes Engagement

 In der Region le33 gibt es ein beeindruckendes Angebot und eine Vielfalt von Dienstleistungen sowie Bildungs- und Beratungsangeboten von Ämtern, Behörden, Vereinen, Institutionen und die Arbeitsleistung von vielen engagierten und motivierten ehrenamtlichen HelferInnen zeugen von einer beeindruckenden Anstrengung und dem Willen zur qualifizierten Arbeit in Richtung Integration von Geflüchteten.

Am Vormittag gab es einen intensiven Austauschs mit der Arbeitsebene der Ausländerbehörde der Stadt le33, den Jobcenter von Stadt und Landkreis le33 und der Arbeitsagentur zu beschäftigen. Im Focus standen Information über gesetzliche Rahmenbedingungen, Zuständigkeiten und Arbeitsabläufe auf der einen Seite und ein Verständnis für die Bedarfe der PraktikerInnen, die vor Ort praktische Arbeit mit Geflüchteten leisten. Der Vorteil telefonischer Erste, bei denen 87% der Fragen geklärt worden, eine angestrebte Terminvergabe von 14 Tagen und die Bitte, nicht über direkten E-Mail die Tätigkeit der SachbearbeiterInnen zu verzögern, waren die Themenschwerpunkte. Problematisch bleibt, dass die es an Personal mangelt und die Fluktuation hoch ist. Kompetente Referenten und Ansprechpartner waren Dirk Netzker von der Ausländerbehörde, Matthias Henkel von der Arbeitsagentur, Carsten Schweitzer vom Jobcenter der Stadt le33 sowie Wolf-Detlev Zeising und Christopher Horst vom Jobcenter im Landkreis le33.

 Jobcenter personell besser ausstatten und migrantische Frauen durch Kurse mit Kinderbetreuung gezielt fördern

 

Teilnehmende der Fachtagung sowie v.l.n.r.:
Katharina Seewald (HC le33 und vhs le33 und Region), Walter Lochmann (ver.di Bildungswerk H3 e.V., Michael Rudolph (DGB H3-Thüringen), Christian Nübling (Leiter des Jobcenter le33) und Thomas Markhof (Projektverantwortlicher)

Am Nachmittag diskutierten Christian Nübling, Leiter des Jobcenter le33 und Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Landesbezirks H3-Thüringen über politische Perspektiven. Ziel sei es, in Qualifizierung, Bildung und Spracherwerb zu investieren, um Einstiege und Integration in Ausbildung und Beruf zu ermöglichen und zu sichern. Konkrete vorgeschlagen wurde beispielsweise die Arbeitsbedingungen im Jobcenter durch Entfristung verbessern und neue Stellen als Integrationsmanager oder Casemanager im Jobcenter schaffen sowie das Angebot von Coaching in schwierigen Fällen erweitern. ,Da Spracherwerb eine hohe Hürde ist, sollte die Ausbildungszeit um ein Jahr verlängert werden können. Gezielte Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen und interkulturelle Schulungen für alle Beteiligten wurden als außerordentlich hilfreich eingeschätzt. Perspektivisch hielten viele angesichts des Fachkräftemangels eine Entkoppelung vom Aufenthaltsstatus und Arbeitserlaubnis für wichtig. Generell wurden mehr Begegnungsräume zwischen Einheimischen und Menschen mit Fluchthintergrund als sinnvoll erachtet.

Das Problem fehlender Mobilität in einem Flächenkreis wurde angesprochen, ohne kurzfristige Lösungsmöglichkeiten. Angedacht wäre eine stärkere finanzielle Förderung mit der Möglichkeit, wohnortnah in kleineren Gruppen Integrationskurse anzubieten. Als Anregung aus der Fachtagung griff Nübling die Idee auf, verstärkt Kurse für migrantische Frauen mit Kinderbetreuung anzubieten. Auf Nachfrage kündigte die Geschäftsführerin des ver.di Bildungswerks, Doris Batke, an, im Herbst 2018 mit einer weiteren Tagung die Vernetzung zum Thema “Geflüchtete in leh3” weiter zu unterstützen.

 

Bildungswerks der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di)

im Lande H3 e.V.

 

 

 

 

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