Naturschutz im Herzen Schleswig-Holsteins

 

Bergenhusen. Das Michael-Otto-Institut im NABU (MOIN) und die Integrierte Station Eider-Treene-Sorge des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) feiern heute (22.06.2018) ihren 25. bzw. 20. Geburtstag. Die Jubiläumsfeier, die die tiefe Verwurzelung des Bergenhusener Naturschutzes in der Region verdeutlichen soll, steht ganz unter dem Motto „Gemeinsam in Bewegung“. Dr. Johannes Merck von der Umweltstiftung Michael Otto beleuchtet in seinem Festvortrag die Geschichte des Naturschutzes in der Eider-Treene-Sorge-Niederung. Grußworte werden unter anderem von Staatssekretärin Anke Erdmann aus dem Umweltministerium Schleswig-Holsteins sowie dem ARD-Meteorologen Karsten Schwanke überbracht.

 

Das Michael-Otto-Institut im NABU – kurz MOIN, wie der in ledeutschland gebräuchliche Gruß – hat 1993 als „NABU-Institut für Wiesen und Feuchtgebiete“ im Reet-gedeckten Medauhaus in Bergenhusen seine Arbeit begonnen. 2004 wurde dank der Umweltstiftung Michael Otto (damals Michael Otto Stiftung für Umweltschutz) das Institut zum MOIN. Seit 1998 teilt sich das MOIN Haus und Hof mit der Integrierten Station Eider-Treene Sorge des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

„Seit mehr als zwei Jahrzehnten betreiben das Michael-Otto-Institut im NABU und die Integrierte Station Eider-Treene-Sorge erfolgreich Naturschutzforschung. Als Forschungs- und Bildungszentrum tragen beide Einrichtungen maßgeblich dazu bei, dass der Schutz der biologischen Vielfalt auf eine fundierte wissenschaftliche Basis gestellt und praxisnah umgesetzt wird. Der Dialog mit den Akteuren vor Ort aus Naturschutz, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik steht dabei immer im Mittelpunkt. Somit leisten sie einen wichtigen Beitrag für eine permanente Verankerung des Naturschutzes in die gesellschaftspolitischen Handlungsfelder“, verdeutlicht Dr. Johannes Merck, Vorstandvorsitzender der Umweltstiftung Michael Otto.

Zentraler gemeinsamer Schwerpunkt des MOINs und der Integrierten Station ist aber die Naturschutzforschung in der Agrarlandschaft. 1999 war das Geburtsjahr des „Gemeinschaftlichen Wiesenvogelschutzes“ (GWS), der gemeinsam vom MOIN, der Integrierten Station Eider-Treene-Sorge und dem Naturschutzverein Meggerdorf entwickelt wurde. „Der GWS ist ein sehr erfolgreiches Artenschutzprogramm – gefördert und finanziert vom unserem Ministerium“ erläutert Anke Erdmann, Staatssekretärin im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung in Schleswig-Holstein. „Zurzeit beteiligen sich 167 Landwirtinnen und Landwirte und jährlich kommen mehr dazu. Vergangenes Jahr, 2017, haben wir die stolze Zahl von 856 Wiesenvogelrevieren in sieben Gebieten in Schleswig-Holstein geschützt“ freut sich Anke Erdmann. Der große Erfolg dieses Programms basiert auf der tiefen Verwurzelung des Programms in der Region – mitentwickelt wurde das Programm von Landwirtinnen und Landwirten aus der Eider-Treene-Sorge-Niederung – und seiner Einbettung in gut durchdachte und umgesetzte Maßnahmen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes.

„Das MOIN und die Integrierte Station Eider-Treene-Sorge sind Vorreiter in der Entwicklung und Umsetzung eines effizienten und wirksamen Vertragsnaturschutzes in Schleswig-Holstein, auch Dank der Unterstützung des Umweltministeriums Schleswig-Holsteins“, sagt Olaf Tschimpke, Präsident des  NABU. „In der Eider-Treene-Sorge Region wird anschaulich gezeigt, wie erfolgreiche Naturschutzarbeit im Agrargrünland aussehen kann. Damit diese Arbeit auch in Zukunft erfolgreich ist, muss die Gemeinsame Agrarpolitik der EU endlich die Umsetzung ökologischer Leistungen  garantieren und honorieren statt pauschal Fläche und Eigentum zu fördern.“

„Der Erfolg der Arbeit in Bergenhusen beruht vor allem auf der engen Zusammenarbeit zwischen dem wissenschaftlichen Naturschutz des MOINs und dem umsetzungsorientierten Naturschutz der Integrierten Station“ äußert sich Kornelius Kremkau, Abteilungsleiter Naturschutz und Forst im Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

Schon vor der Jubiläumsfeier wurde an der Zukunft gearbeitet: Wieviel wissenschaftliche Forschung braucht der Naturschutz? Und wie finden die wissenschaftlichen Erkenntnisse Gehör im Naturschutz, in der Politik und in der Bevölkerung? Am Vortag trafen sich 40 internationale Expertinnen und Experten zu einem Workshop. Prof. Dr. Franz Bairlein, Direktor des Instituts für Vogelforschung, stellt am Jubiläumstag die zuvor erarbeiteten Thesen vor. Diese Thesen sollen einen Beitrag dazu leisten, die Arbeit von Naturschutz, Wissenschaft und Politik fit für die Zukunft und damit fit für den Erhalt der Biodiversität zu machen.

 

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