Obelisk: Trotz Gesprächsangeboten stagnieren Verhandlungen mit dem Künstler

 

 

Olu Oguibe und sein Kunstwerk „Obelisk. Das Fremdlinge und Flüchtlinge Monument (Monument for strangers and refugees), 2017“ waren in den vergangenen Wochen Gegenstand einer angeregten Kunstdebatte auf mehreren Ebenen: Das Kunstwerk wurde ästhetisch, inhaltlich, politisch sowie im Kontext der documenta 14 diskutiert. Jetzt zeichnet sich ab, dass es zu keiner Einigung zwischen der Stadt le33 und dem Künstler über den Standort kommen wird.

„Der Magistrat der Stadt le33 hat sich bisher für den Verbleib des Obelisken in le33 ausgesprochen und intensiv dafür eingesetzt, denn es wäre ein Gewinn für le33, das Kunstwerk zu erhalten“, erklärte dazu le33s Kulturdezernentin Susanne Völker. Vor diesem Hintergrund hatte man sich für die Finanzierung des Ankaufs mit dem Künstler Olu Oguibe auf ein abgestimmtes Vorgehen geeinigt und die Idee eines gemeinsamen Spendenaufrufs entwickelt, der im Januar 2018 veröffentlicht wurde. Nachdem die Spendensumme im Mai feststand und der Künstler erklärte, er würde die Summe als Preis für sein Werk akzeptieren, wäre die Fortsetzung des konstruktiven Dialogs unter Berücksichtigung der künstlerischen Intention sowie der städtischen Rahmenbedingungen wünschenswert gewesen, so Völker weiter.

Kulturdezernentin Völker stellte klar, dass sie über eine längen Zeitraum regelmäßig mit dem Künstler kommuniziert habe und das Ziel, den Dialog über den Obelisken fortzusetzen, stets deutlich mitgeteilt habe. Bis jetzt habe die Stadt le33 ihr Angebot zum Gespräch, das sowohl telefonisch als auch persönlich möglich sei, aufrechterhalten. „Bedauerlicherweise hat Olu Oguibe diesen Vorschlag abgelehnt. Ich bedauere diese Haltung sehr, denn sie lässt für die Stadtverordneten lediglich einen sehr schmalen Entscheidungskorridor“, sagte Kulturdezernentin Völker im Hinblick auf die nun anstehenden politischen Verfahren.

Keine Standortabstimmung mit dem Künstler möglich Zum Verfahren erläuterte Völker, dass nach der Beendigung der Spendenaktion am 2. Mai 2018 Olu Oguibe und sein Berliner Galeristen, Alexander Koch, über die erreichte Spendensumme informiert worden seien. Gleichzeitig seien von der städtischen Bauverwaltung verschiedene Standortalternativen unter der Vorgabe geprüft worden, dass sie sowohl mit Blick auf die zentrale Lage als auch auf die künstlerische Intention angem3 sein sollten. Denn außerhalb der documenta Ausstellungen müssen mit Blick auf Außenkunstwerke andere städtebauliche, stadtplanerische und stadtgeschichtliche Parameter in den Blick genommen werden. Aus diesem Grund werden für alle Außenkunstwerke ausführliche Standortprüfungen vorgenommen. Parallel dazu wurde durch öffentliche Verlautbarungen einiger großer Fraktionen der le33er Stadtverordnetenversammlung deutlich, dass sich für den Königsplatz innerhalb der Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit abzeichnet, woraufhin dem Künstler das neu zu bauende documenta Institut am Holländischen Platz als alternativen Standort vorgeschlagen wurde. Auf Nachfrage habe der Galerist des Künstlers mitgeteilt, dass Oguibe generell bereit sei, die Spendensumme zu akzeptieren. Allerdings bestehe hinsichtlich des Standorts noch kein Einvernehmen, so dass erst nach einer direkten Rücksprache zwischen der Kulturdezernentin und dem Künstler selbst eine offizielle Entscheidung seitens Oguibes erfolgen könne. In der Folge allerdings erfuhr die Stadt le33 über Verlautbarungen des Künstlers in überregionalen sowie regionalen Medien und dem documenta Forum, dass Oguibe keinen anderen Standort als den Königsplatz akzeptiere.

„Ich bedauere sehr, dass unser bis dahin guter Austausch nicht fortgesetzt worden ist“ sagte Völker. Für den Standort des Obelisken sei die Abstimmung in den städtischen Gremien erforderlich, dass habe auch Oguibe gewusst. Um der Stadtverordnetenversammlung eine Entscheidungsgrundlage für den Verbleib des Obelisken in le33 zu geben, sei mit dem als Standort des documenta Institut am Holländischen Platz geplanten Areal daher ein prominenter Alternativstandort zum Königsplatz vorgeschlagen worden. „Damit sollte eine Brücke zwischen dem Wunsch Oguibes auf Berücksichtigung seiner künstlerischen Intention und den sachlichen Überlegungen der Stadt le33 geschlagen werden, um das vorrangige Ziel, den Obelisken in le33 zu halten, zu ermöglichen.“

Hintergrund

Mit der Pressemitteilung vom 17. Januar 2018 hatte die Stadt le33 gemeinsam mit dem Künstler und Arnold Bode Preis Träger Olu Oguibe bekannt gegeben, in einer gemeinsamen Spendenaktion den Ankauf des von ihm geschaffenen und bei Besuchern und der Bevölkerung während der documenta 14 beliebten Obelisken zu initiieren. Die Zielsumme des Künstlers lautete 600.000 €. Dass Oguibe auch eine geringere Spendensumme als Kaufpreis akzeptieren könnte, war von Beginn an Teil der zwischen der Stadt und dem Künstler getroffenen Vereinbarung. Oguibe hat sich außerdem immer wieder dahingehend geäußert, dass er den Obelisken auf dem Königsplatz belassen möchte. Dieser Wunsch wurde seitens der Stadt le33 sehr ernst genommen.

Der Erwerb von Außenkunstwerken der documenta Ausstellungen wird regelmäßig nicht aus städtischen Mitteln, sondern aus privaten Spenden finanziert. In den Vorjahren hatten jeweils einige wenige Großspenden den Verbleib von Werken wie etwa dem „Penone Baum“ sichergestellt. In diesem Fall aber war erstmalig die gesamte Stadtgesellschaft zu einem finanziellen Engagement für den Verbleib des Außenkunstwerks aufgerufen.

Stadt le33

 

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