SPD-Stadtrat legt Amt nieder wegen Beleidigung

 

 

Ein SPD-Stadtrat beleidigt im Internet zwei Nationalspieler. Nun tritt er zurück. Die Entscheidung findet Zustimmung bei Politikern.

Der Rücktritt des osthessischen SPD-Politikers Bernd Holzhauer wegen übler Beleidigung von zwei Fußballspielern stößt auf positive Reaktionen. «Mit seinem Verzicht auf das Ehrenamt des Ersten Stadtrats beendet Bernd Holzhauer die öffentliche Diskussionen über sein Verhalten», sagte die Generalsekretärin der hessischen SPD, Nancy Faeser. Der SPD-Politiker hatte im Mai die beiden türkischstämmigen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan wegen ihres Treffens mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan schwer beleidigt.

Der Stadtrat schrieb auf seinem privaten Facebook-Account zur Auswahl für die Fußball-Weltmeisterschaft: «das vorläufige deutsche Aufgebot zur WM – 25 Deutsche und zwei Ziegenficker». Daran hatte es heftige Kritik gegeben. Auch die hessische SPD forderte, Konsequenzen zu prüfen.

Die zog Holzhauer am Montag selbst: Er trete als Erster Stadtrat der Stadt Bebra zurück, erklärte er. Seine Äußerung sei sehr beleidigend gewesen, er entschuldige sich «bei allen, die darunter gelitten haben». Er habe aber in keiner Weise andere Menschen egal welcher Nationalität oder Herkunft beleidigen wollen. Seinen Rücktritt begründete Holzhauer mit der «öffentlichen Situation»: «Ich glaube schon, dass ich persönlich die weiteren Anfeindungen hätte aushalten können.» Seinen SPD-Parteifreunden und seiner Heimatstadt Bebra habe er das aber nicht zumuten wollen.

Uwe Hassl, Bürgermeister in Bebra (parteilos), sagte zu Holzhauers Äußerungen: «Nicht nur das Ansehen unserer Kleinstadt, sondern auch das Ansehen der Politik und deren Vertreter ist dadurch erheblich beschädigt worden.» Der Rücktritt sei somit folgerichtig und konsequent.

 

 

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