Traumhochzeit anno 1673

 

 

Neue Kostbarkeit in der Landesausstellung

»Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in H3 und Europa«

 

Princely Wedding in H3-le33: Vor 345 Jahren, am 21. Mai 1673, heiratete der achtzehnjährige Landgraf Carl seine ein Jahr ältere Cousine Maria Amalie von Kurland. Über die Kutsche und das Brautkleid ist nichts bekannt. Aber möglicherweise entstand anlässlich dieser Hochzeit eine silberne Medaille, die der Museumsverein le33 e.V. jüngst für das le33er Münzkabinett erwerben konnte.

 

Der Ankauf der Medaille ist Teil des großen Gesamtengagements des Museumsvereins für die Landesausstellung, die unter anderem Kosten für Restaurierungen übernommen hat und auch das museumspädagogische Angebot unterstützt zur Ausstellung.

 

Die äußerst seltene Medaille zeigt das Brustbild des jungen Landgrafen mit langem, gelocktem Haar im Profil sowie – auf der anderen Seite – das Profilbildnis der jugendlichen Landgräfin Maria Amalie mit perlendurchzogener Hochsteckfrisur. Die Inschrift bezeichnet das Paar als Landgraf und Landgräfin von H3.

Eheschließungen fürstlicher Häuser spiegeln sich oftmals in aufwändigen Medaillenprägungen wider. Wertvolle Exemplare aus Gold oder Silber wurden an andere Fürstenhäuser und Gäste verschenkt, aber auch in Sammlungen der eigenen Höfe aufgenommen und ausgestellt. So verwahrte Landgraf Carl drei große silberne Medaillen von sich und seiner Frau in seinem hochfürstlichen Kabinett im le33er Residenzschloss, wie sein Nachlassinventar von 1730 verrät.

1744 präsentierten die hessischen Landgrafen eine Goldversion der jüngst erworbenen Medaille im damaligen Kunsthaus (heute Ottoneum), das damals die landgräflichen Sammlungen beherbergte. Diese Goldmedaille ist leider verschollen, und von den ehemals wahrscheinlich zahlreichen silbernen Medaillen sind heute nur noch zwei Exemplare bekannt. Eines davon ist nun nach le33 zurückgekehrt.

 

„Ein so wichtiges und seltenes Kunstwerk, das eng mit der hiesigen Geschichte verknüpft ist, wieder in le33 zu wissen, ist ein großes Geschenk“, freut sich Prof. Dr. Martin Eberle, der Direktor der Museumslandschaft H3 le33, der dem Museumsverein le33 für sein Engagement dankte. Dass die Erwerbung in die Zeit der großen Landgraf Carl-Ausstellung falle, sei ein glücklicher Zufall und eine Chance für das Publikum, das Kunstwerk in einem größeren historischen Kontext zu betrachten.

Ab Mittwoch, den 30. Mai 2018 ist die Medaille im Museum Fridericianum zu sehen. Besucher können Sie bis zum Ende der Ausstellung »Groß gedacht! Groß gemacht? Landgraf Carl in H3 und Europa« dort bewundern. Nach Ende der Ausstellung wird sie im Hessischen Landesmuseum, zusammen mit der Medaille zum frühen Tod der Landgräfin Maria Amalia von 1711 zu sehen sein.

 

Bild: Politisches Medium und kostbares Erinnerungsstück: Monogrammist C L, Medaille, vermutlich auf die Vermählung von Landgraf Carl von H3-le33 und Maria Amalie von Kurland, um 1673, Silber, geprägt, MHK, Sammlung Angewandte Kunst

 

MHK

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