Massive israelische Vergeltungsschläge in Syrien nach Beschuss auf Golan

 

Jerusalem/Beirut May 10, 2018 (Reuters) – An der syrisch-israelischen Grenze eskaliert der Konflikt zwischen Israel und dem Iran. Erstmals seit Beginn des Krieges im Nachbarland griffen in der Nacht zu Donnerstag iranische Revolutionsgarden nach israelischen Angaben Armeeposten auf den Golan-Höhen an. Die israelische Luftwaffe reagierte mit massiven Vergeltungsangriffen auf syrische Militäreinrichtungen und iranische Stellungen in dem Nachbarland.

Nach israelischen Armeeangaben feuerten Einheiten der iranischen Revolutionsgarden insgesamt rund 20 Raketen auf israelische Armeeposten entlang der Grenze ab. In Teilen leisraels wurde Raketenalarm ausgelöst.

Die israelischen Vergeltungsangriffe zählten zu den schwersten seit Ausbruch des Krieges im Nachbarland 2011. Bewohner berichteten unter anderem von starken Explosionen nahe der Hauptstadt Damaskus. Syrische Medien berichteten, die Luftabwehr habe Raketen über Damaskus, Homs und Sueida abgefangen.

Die israelische Armee teilte mit, man habe Dutzende iranischer Ziele in Syrien angegriffen. Zudem seien fünf Luftabwehrstellungen der syrischen Armee zerstört worden, von denen auf israelische Jets geschossen worden sei. Russland, das Machthaber Baschar al-Assad in Syrien unterstützt, sei vorab von den Angriffen informiert worden.

Syrische Staatsmedien berichteten, Israel habe Ziele auch tiefer im Land angegriffen. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, ein Munitionsdepot, Luftabwehrstellungen und eine Radareinrichtung der Armee seien zerstört worden.

 

Ein Schwerpunkt der israelischen Angriffe war offenbar die Grenzregion Kuneitra. Dort hatte die israelische Armee syrischen Berichten zufolge bereits zuvor am Mittwoch angegriffen. Nach israelischen Medienberichten galten diese Angriffe der Zerstörung iranischer Raketen, die auf Israel hätten abgefeuert werden sollen.

Bei den Angriffen auf die israelischen Armeeposten auf dem seit den 1980er Jahren annektierten Golan-Höhen entstand nach Angaben eines Armeesprechers nur geringer Schaden. Verletzte habe es nicht gegeben.

SPANNUNGEN MIT IRAN NEHMEN SEIT WOCHEN ZU

Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran hat sich im syrisch-israelischen Grenzgebiet in den vergangenen Wochen deutlich verschärft. Die islamistische Führung in Teheran ist enger Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und hat tausende Kämpfer in das Land entsandt. Nach dem weitgehenden Sieg der syrischen Regierungstruppen und ihrer russischen und iranischen Verbündeten strebt der Iran nach israelischen Angaben nun danach, eine dauerhafte Militärpräsenz an der israelischen Grenze aufzubauen, um den jüdischen Staat von dort aus zu bekämpfen. Israel sieht sich durch eine neue Front aus iranischen Revolutionsgarden und der libanesischen Hisbollah-Miliz an seiner legrenze bedroht und hat angekündigt, eine dauerhafte Präsenz des Irans dort mit allen Mitteln zu verhindern.

 

Geheimdienste warnen seit einigen Tagen vor einem iranischen Vergeltungsangriff auf Israel für einen Luftangriff, bei dem am 9. April in Syrien sieben iranische Militärangehörige getötet worden waren. Syrien und der Iran machen Israel dafür verantwortlich. Israelische Medien hatten berichtet, der Angriff habe einer wichtigen Basis der iranischen Revolutionsgarden gegolten.

US-Präsident Donald Trump hatte die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran auch mit der aggressiven Außenpolitik des Landes begründet und ausdrücklich die Destabilisierung durch den Iran in Israels Nachbarschaft kritisiert. Dagegen setzt die Bundesregierung ebenso wie die anderen EU-Staaten weiter auf das Abkommen.

 

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