Klimaschutz heißt Ambitionen steigern!

 

Die Vereinten Nationen laden zur Vorbereitung der nächsten Weltklimakonferenz nach Bonn

Internationale Klimadiplomaten kommen in Bonn zusammen, um die nächste Klimakonferenz vorzubereiten. Das Regelwerk für das Pariser Klimaabkommen ist noch längst nicht fertig, aber vor allem müssen endlich die Ambitionen gesteigert werden.

In den ersten beiden Mai-Wochen kommt die internationale Klima-Diplomatie auf Einladung des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) in Bonn zusammen, um die Weltklimakonferenz im Dezember im polnischen Kattowitz vorzubereiten. Und die diesjährige Klimakonferenz ist so wichtig wie seit der Pariser Konferenz (im Jahr 2015) keine mehr. Zur Erinnerung: In Paris hat sich die Staatengemeinschaft auf die Ziele geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, besser noch auf 1,5 Grad Celsius. Außerdem hat in Paris jedes Land den eigenen Beitrag zur Zielerreichung veröffentlicht. Klar war damals schon: Die Summe der Klimaschutzbeiträge wird nicht reichen, um die Ziele zu erreichen. Deshalb ist im Pariser Klimaschutzabkommen (Paris Agreement) ein Ambitionssteigerungsmechanismus verankert, bei dem alle fünf Jahre die nationalen Klimaschutzambitionen überprüft und gesteigert werden sollen.

Die erste Gelegenheit, die Ambitionen zu steigern, findet in diesem Jahr statt. Fidschi, Inhaber der letzten Klimakonferenz-Präsidentschaft, hat dazu das Format „Talanoa Dialogue“ eingeführt. Talanoa ist ein Begriff aus dem Südpazifikraum und steht für einen gleichberechtigten, vertrauensvollen, zielorientierten und transparenten Dialog. Teilnehmer des Talanoa kommen zusammen und berichten an Hand von drei Kernfragen von Ihrem Klimaschutzengagement:

  • 1. Wo stehen wir?
  • 2. Wo wollen wir hin, was ist unser Ziel?
  • 3. Wie kommen wir zum Ziel?

Klimaschutz hört aber nicht auf, wenn die Fragen beantwortet sind. Wichtig ist, dass aus Beantwortung der Fragen eine Ambitionssteigerung folgt. Und zwar schnell!

Dieses Jahr steht nicht nur der Talanoa Dialogue zur Ambitionssteigerung an, sondern es wird auch kurz vor der Klimakonferenz der Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) zum Erreichen des 1,5 Grad Celsius-Ziels veröffentlicht. Klar ist jetzt schon: Wenn das 1,5 Grad Celsius-Ziel in Reichweite bleiben soll, können wir nicht länger warten, wir müssen jetzt deutlich ambitionierter im Klimaschutz werden.

Außerdem müssen in diesem Jahr die Regeln des Pariser Klimaabkommens fertiggestellt werden. Die Staatengemeinschaft ringt immer noch mit Fragen der Anrechnung von CO2-Emissionen und -Senken, aber auch mit der Frage der Unterscheidung zwischen Entwicklungsländern und entwickelten Ländern.

In Bonn müssen die Verhandler in diesen Punkten Fortschritte erarbeiten, um die Klimakonferenz Ende des Jahres in Polen gut vorzubereiten. Außerdem findet am Sonntag, den 6. Mai, die erste Runde des Talanoa Dialogues statt. Wir hoffen und fordern, dass aus den Gesprächen des Talanoas eine Steigerung der Klimaschutzambitonen folgt.

In Sachen Klimaschutz hat sich die Bundesrepublik zuletzt nicht gerade mit Ruhm bekleckert: Die Klimaschutzziele bis 2020 wurden aufgegeben, Deutschland wird auch die Europäischen Klimaschutzziele bis 2020 verfehlen und in der Diskussion um die Kohlekommission ist noch längst nicht absehbar, dass sie auch tatsächlich ihre Aufgabe – nämlich noch in diesem Jahr den Kohleausstieg festzumachen – erfüllen kann. Der Talanoa-Dialog und die internationalen Klimaverhandlungen wären ein guter Zeitpunkt für Deutschland, die eigenen Ziele wieder in den Blick zu nehmen und Maßnahmen in Angriff zu nehmen, die Ziele auch tatsächlich zu erreichen!

 

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