Amnesty – Todesstrafe auf dem Rückzug

 

12.04.2018

Berlin (Reuters) – Die Anwendung der Todesstrafe geht nach Recherchen der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) weltweit zurück.

Lediglich vier Staaten seien 2017 für mehr als vier Fünftel aller bekanntgewordenen Hinrichtungen verantwortlich gewesen, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten AI-Bericht. “Zwei Staaten schafften 2017 die Todesstrafe für alle Straftaten ab und ein dritter strich sie für in Friedenszeiten begangene Verbrechen.” Ende 2017 hatten demnach 106 Staaten die Todesstrafe vollständig aus ihren Rechtsordnungen verbannt. In insgesamt 142 Ländern war sie per Gesetz oder in der Praxis beendet.

Die Zahl der weltweit ausgeführten und von Amnesty verzeichneten Hinrichtungen ging 2017 um vier Prozent auf 993 zurück. In der Statistik seien allerdings nicht die Hinrichtungen in China enthalten, wo Daten über die Anwendung der Todesstrafe weiterhin ein Staatsgeheimnis seien.

Über die Hälfte (51 Prozent) der bekanntgewordenen Hinrichtungen fanden laut Amnesty im Iran statt. Auf Iran, Saudi-Arabien, Irak und Pakistan entfielen mehr als 84 Prozent der weltweit erfassten Hinrichtungen. Während die Exekutionen in Irak 2017 um 42 Prozent zunahmen, gab es in den anderen drei Staaten Rückgänge.

 

Foto: REUTERS/Nick Oxford

 

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