Kaninchen sind keine Kuscheltiere

 

 

Hamburg, 08. März 2018 –. Kaninchen sind Schmusetiere – ein fataler Irrglaube, für den in Deutschlands Wohnungen abertausende Kaninchen unter tierschutzwidrigen Bedingungen leben müssen. VIER PFOTEN Heimtierexpertin Sarah Ross verrät, wie eine tiergerechte Kaninchenhaltung aussieht.

 

In freier Wildbahn leben sie in großen Gruppen auf weichem Boden; zu ihrer täglichen Beschäftigung gehört das Graben von Höhlen und rohrartigen Gängen – die verantwortungsvolle Haltung von Kaninchen beginnt damit, dass man sich noch vor einer Anschaffung intensiv mit deren Bedürfnissen auseinandersetzt. „Schon da müsste vielen Inter3ten klarwerden, dass sie den natürlichen Ansprüchen dieser Tiere nicht gerecht werden können“, sagt Sarah Ross von der internationalen Tierschutzstiftung VIER PFOTEN.

Kaninchen wollen nicht kuscheln
Hier sind als erstes die Eltern gefragt. Denn, Kaninchen werden aufgrund ihrer Größe gern als das perfekte Heimtier für Kinder angeschafft. „Dabei sind die Tiere für Kinder ungeeignet. Sie mögen weder gerne angefasst, noch auf den Arm genommen werden. Kaninchen leben auf dem Boden. Werden sie hochgenommen, empfinden sie Angst und Aggression. Als Reaktion wehren sie sich mit Beißen und Kratzen. Werden die zarten Tiere unsachgemäß gehalten, erhöht sich zudem die Gefahr des Knochenbrechens“, erklärt die Expertin. Auch benötigen Kaninchen ein sicheres und leises Umfeld. Als Beutetiere können sie durch laute Geräusche und schnelle, unkoordinierte Bewegungen leicht erschrecken und enormen Stress empfinden.

Ab in den Garten…
Allen Gartenbesitzern, die Freude daran haben, die possierlichen Tiere bei ihrem Treiben zu beobachten, gibt Sarah Ross grünes Licht: „Bauen Sie ein Gehege über mehrere Meter, welches es den Tieren erlaubt, sich aufzustellen, zu buddeln, zu knabbern und sich zu verstecken. Je mehr Platz für die Kaninchen zur Verfügung steht, desto besser.“

…und niemals alleine!
Kaninchen sind Rudeltiere und kein Mensch kann ihnen die Artgenossen ersetzen. „Mindestens einen Partner sollte das Kaninchen haben, egal ob gleichgeschlechtlich oder nicht. Kaninchenhalter sollten auch über eine Kastration nachdenken, denn sie schließt bei einer heterogenen Haltung Schwangerschaften aus. Bei den weiblichen Tieren beugt sie zudem diversen Krebserkrankungen wie Gebärmutter- und Eierstockkrebs vor; männlichen Kaninchen werden in der Regel ruhiger und leiden nicht länger unter ihrer sexuellen Aggression“, erklärt Sarah Ross.

 

Abschließend noch ein Tipp für die Anschaffung: Bitte kaufen Sie niemals ein Tier im Internet oder im Zoofachgeschäft und denken Sie darüber nach, Tieren aus dem Tierheim den Vorzug zu geben, dort warten viele auf ein schönes tiergerechtes Zuhause.

 

 

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