Hieb und Stichfest, das geht unter die Haut

Wenn man durch den Schwalm-Eder-Kreis fährt, findet man viele kleine Dörfer, welche ruhig wie bunte Farbkleckse in die Landschaft gesetzt wurden. In dieser kleinen, ruhigen Idylle liegt die Gemeinde Bad Zwesten, wie man meint auch so ein ruhiger Idyllischer Ort. Wenn man vorbeifährt dann könnte man das meinen, aber weit gefehlt. In dieser Gemeinde ist so einiges Los und so wurde ich vom Tattoo Studio „Hieb und Stichfest“ zu einem Interview eingeladen.

Hallo ihr beiden, velleicht erzählt ihr Mal wer Ihr seid und was Ihr so macht

Wir sind Marcus und Melanie (Mel) und wir beiden betreiben seit knapp 10 Jahren ein Tattoo Studio hier in dieser kleinen Idylle von Bad Zwesten.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, euch in diesem kleinen Idyll mit einem Tattoo Studio selbstständig zu machen, denn so ein Studio hätte ich eher in le33 erwartet aber nicht in dieser kleinen Ortschaft.

 

Bad Zwesten haben wir gewählt, weil es ruhiger ist als in der Stadt und eine gewisse Seriosität ausstrahlt. Warum sollte man das auch nicht machen, denn bei guter Arbeit macht es keinen Unterschied ob man in der Stadt ist oder auf dem Land. Die Kunden kommen dann automatisch. Durch unseren eingetragen und geschützten Namen, haben wir einen recht guten Bekanntheitsgrat erlangt. Wir müssen hier nicht um die Laufkundschaft kämpfen wie es in der Stadt zum Teil ist.

Was meint ihr mit Laufkundschaft?

Naja die Leute die meinen das man mal schnell vorbeikommt, 300 Euro auf den Tisch legt und dann 2 Stunden später und das Tattoo ist fertig. So arbeiten wir nicht. Man hört das teilweise das so gearbeitet wird. Bei uns muss man sich, aufgrund der Fülle an Aufträgen, langfristig einen Termin machen. Hinzu kommt das man eine Anzahlung leisten muss, falls man nicht kann oder keine Lust mehr hat um das Tattoo zu setzen hat bis 1 Woche vor dem Termin Zeit, denn dann bekommt man sein Geld auch zurück.

Ich habe bei einigen Tätowierern schon gehört das sie so etwas wie Muttizettel für die Disco haben, dass Eltern für Ihre Kinder eine Genehmigung ausfüllen das sie sich ein Tattoo stechen lassen. Geht das bei euch auch oder lehnt ihr so etwas ab?

Nein, das machen wir nicht. Eine Tätowierung ist etwas für das Leben, denn das entfernen eines Tattoos ist schmerzhafter als das stechen selber, aber das ist nicht der Grund warum wir das nicht machen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung bzgl. der Tattoos ist noch nicht so hoch, dass man in obere Management Ebenen einen Job finden könnte und mit 12 Jahren oder 14 hat man noch nicht den Weitblick, dass man weiß was man da macht. Man kann dazu anführen, dass viele Leute die sich damals auch mit 16 ein „Arschgeweih“ heute dafür schämen, weil sich neben der Akzeptanz auch der Geschmack geändert hat und das Tattoo bleibt. Man kann es zwar mit einem Cover Up verändern aber es bleibt immer ein Tattoo und mit 14 oder 16 ohne Ausbildung oder einem Plan was man machen möchte, kann man sich unter Umständen die Zukunft verbauen, weil man ein Tattoo hat. Da haben wir Tätowierer einen Erzieherischen Auftrag für die Jugend und deswegen gibt es bei uns kein Tattoo unter 18 Jahren.

Also sollte man nicht, weil man nun unbedingt sein Tattoo haben mag zu einem Tätowierer gehen der für wenig Geld einem ein Tattoo sticht, wie zum Beispiel es auf Jahrmärkten mal war

Wir können nur sagen, dass man von solchen Gelegenheiten die Finger lassen sollte, denn bei der Arbeit steht die Hygiene immer an erster Stelle. Geregelt wird dies durch die deutsche Tätowiermittelverordnung, welche 2009 in Kraft trat. Nur die geprüften und zugelassenen Farben und Mittel, welche durch das Veterinäramt geprüft und zugelassen sind, dürfen von uns Tätowieren verwendet werden und das wird genau geprüft und überwacht und Verstöße werden hart geahndet.

Wie seid ihr zum Tätowieren gekommen?

Meine Frau meinte irgendwann das an mir ein Tätowierer verloren gegangen sei, weil ich grafisch und zeichnerisch schon unterwegs war, bekam ich zum Geburtstag mein erstes Tattoo Werkzeug. Zuerst war ich nicht begeistert davon und hab das in die Ecke gelegt. Weil mir das nicht aus dem Kopf ging, habe ich den ersten Versuch an mir selber vorgenommen. Irgendwann eine Woche später oder so hat das ein Freund gesehen, welcher meinte das es gut aussähe und dann habe ich ihm sein Tribal nachgestochen und das fand er so toll, dass er das jedem erzählt hat und ja dann standen die Leute irgendwann laufend vor der Haustür oder Sonntag morgens klingelte es an der Tür und ich sollte ein Tattoo stechen. Was wir zuerst ablehnten, weil wir noch keinen Laden oder die Hygiene gewährleisten konnten. Wir haben uns dann umgeschaut wo wir einen Laden finden und ja das war dann Bad Zwesten. Wir konnten dann den Hygiene Standard gewährleisten und irgendwann war der Laden wo wir waren zu klein und sind vor 5 Jahren umgezogen in die jetzigen Räumlichkeiten. Meine Frau kümmert sich um die Kunden und die Buchhaltung und ich bin für das Tätowieren zuständig.

 

Ihr habt die Akzeptanz in der Bevölkerung vorhin angesprochen. Wie haben eigentlich eure Freunde und die Familien reagiert als ihr mit der Idee kamt, Wir werden jetzt Tätowierer.

Sag mal deiner Mutter wir werden jetzt Tätowierer und geben unseren Job auf, weil es erst als Hobby angesehen wurde und jetzt sich alles ändert, weil man sich damit selbständig macht. Unsere Eltern haben die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und haben uns für verrückt erklärt, dass wir die Jobs aufgeben. Aber nach kurzer Zeit hat sich das dann geändert und selbst unser Onkel hat sich ein Tattoo von uns stechen lassen und ist stolz drauf, dass wir es gemacht haben. Auch haben sich im Laufe der Zeit unsere Familien von uns Tattoos stechen lassen. Unsere Familien sind sehr stolz auf uns, dass wir mit diesem Schritt das richtige gemacht haben. Bei Freunden muss man sagen, die standen überwiegend direkt hinter uns und fanden es toll und haben uns auch sehr geholfen. Wir haben uns das Ganze auch Stück für Stück vorgenommen und keine Schnelle Entscheidungen getroffen. Als wir an dem Punkt angelangt das wir uns mit dem Tätowieren selbstständig machen haben wir unsere Jobs und unser Studio eröffnet. Die Akzeptanz in der Bevölkerung, als wenn ich mich auf Bad Zwesten selbst beziehe ist in der Zwischenzeit sehr gut. Anfangs wurden wir natürlich als Paradiesvögel angesehen aber in der Zwischenzeit gehören wir dazu und sind gern gesehen und ab und an kommt auch mal eine Ältere Dame oder ein älterer Herr vorbei um Hallo zu sagen und zu schauen was wir da machen.

Was gefällt euch eigentlich an euerer Selbständigkeit und bereut ihr es in irgendeiner Weise?

Der Kontakt mit den Menschen ist das was uns gefällt, denn wir sind eigentlich bessere Frisöre. Wir hören beim Tätowieren sehr viele Interessante Sachen, weil die Kunden bei uns 4 Stunden und länger auf dem Stuhl sitzen und da hört man so manche Geschichte. Ansonsten das man sein eigener Chef ist und schauen muss wie man was macht, sei es Steuern, Büroarbeit und die Organisation des Tages. Welche Richtlinien man neu beachten muss. Das gehört auch dazu und beansprucht einen dann meist nach dem Tag auch noch, aber das ist bei Selbständigen normal, der Tag hat 24 Stunden.

Was ist eigentlich das skurrilste was ihr jemals Tätowiert habt.

Da gibt es zwei Sachen die mir sofort einfallen. Das eine war eine platt gefahrene Schildkröte, das andere ein aufgeg3er Apfel.

Eine letzte Frage zum Abschluss. Was liegt euch am Herzen was ihr der Welt noch mitteilen wollt.

Finger weg von billigen Tattoos und achtet auf die Hygiene und Pflege, sowohl beim stechen als auch beim späteren Pflegen Zuhause, denn Geiz ist bei einem Tattoo nicht geil, sondern schmerzhaft.

http://www.hiebundstichfest.com/HuS/index.php

 

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