Denkmalschutzpreise vergeben

 

Bad Arolsen-Landau. Im Festsaal des neurenovierten  Schlosses der Bergstadt Landau fand am 31.01.2018 die feierliche Verleihung des Kreisdenkmalschutzpreises 2017 statt. Der erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese eröffnete die gut besuchte Preisverleihung und sagte: „Die Verleihung von Denkmalschutzpreisen soll darauf aufmerksam machen, dass es noch viele alte und erhaltenswerte Gebäude im Landkreis gibt. Die sind es alle wert, mit neuem Leben erweckt zu werden. Liebevoll instandgesetzte alte Gebäude sollen das Leben und den Alltag früherer Generationen erlebbarer machen und nachfolgenden Generationen die Möglichkeit bieten sich in und an alten Gemäuern zu erfreuen. Denkmalschutz ist deshalb gut und wichtig, er darf aber nicht die Entwicklung unserer Dörfer und Städte einschränken oder gar behindern. Hier muss der Königsweg durch eine ganzheitliche Betrachtung jedes Einzelfalls gefunden werden.“

Als geladene Gäste konnte Alexander Fitz (Hausherr und selbst einer der Preisträger), die anderen  4 Preisträgerinnen und Preisträger, sowie die Kreistagsvorsitzende Iris Ruhwedel, die Bürgermeister der Städte und Gemeinden der Preisträger, Susanne Paulus (Leiterin des FD Bauen), Walter Schumann (Kreisdenkmalspfleger) und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens begrüßen. Die Preisträgerinnen und Preisträger nutzten die einzigartige Gelegenheit Ihr eigenes Bauvorhaben vorzustellen und auf die geplante bzw. schon umgesetzte Nutzung einzugehen. Das musikalische Rahmenprogramm mit dem „Haus Am Walde Kollektiv“ aus Landau mit Stücken für Violine, Flöte und Klavier fand sehr viel Beifall. Der abschließende Empfang des Landkreises Waldeck-Frankenberg bot Gelegenheit zur Information und zum Erfahrungsaustauch. Alexander Fitz lud anschließend zur Besichtigung des Schlosses Landau ein.

Die Denkmalschutzobjekte des Landkreises und die Preisträger:

Susanne Paulus (FD Bauen Kreisbauamt) sagte zur Auswahl der Preisträger:“ Es ist dieses Mal sehr schwierig gewesen die besten 3 herauszufinden.  Schließlich haben wir uns darauf verständigt insgesamt 5 Preisträger und Preisträgerinnen mit einer Urkunde und einer Plakette zu prämieren.“ Die Qualität sei derart hoch gewesen, dass auf ein Ranking unter den Preisträgern verzichtet wurde.

 

Altenlotheim – Bauernhaus mit Scheune

Barbara Sonntag erinnert sich: „Es war einfach furchtbar, ich stand unter Schock, ich wusste nicht wie es weiter gehen soll! Hilfe kam in dieser Situation insbesondere von der Baubehörde in Person von Walter Schumann. Durch eine Windhose war am 22.6.2011 neben 37 weiteren Häusern des Ortes das Elternhaus, ein Fachwerkhaus, von Babara Sonntag und ihrer Tochter, zerstört wurden. „Da das komplette Dach auf der Straße lag, war das Haus eigentlich nicht mehr bewohnbar. Mir bedeutet das ehemalige Elternhaus sehr viel. Eine Aufgabe und gar Abriss des Hauses kam für mich nicht infrage. Ich wollte, musste  so schnell wie möglich mit dem Wideraufbau beginnen,“ sagte die Eigentümerin des historischen Fachwerkhauses. Mit der tatkräftigen Unterstützung der Altenlotheimer, der Feuerwehr und des THW nahm Sonntag die Herausforderung an. Sie erntete mit dem sehenswerten Ergebnis nicht nur Lob und Anerkennung, sondern wurde als Preisträgerin des Denkmalschutzpreises 2017 geehrt.

Alte Dorfschule Diemelsee Vasbeck

Martin Butzlaff : „Wir wollten für unsere Familie, die in Deutschland ganz verstreut lebt einen passenden Ort für Begegnungen finden. Das lehessische Vasbeck kannten wir vorher noch nicht, aber es war für alle gleich gut erreichbar, das war das erste Argument. Die dortige Alte Schule kam unserem Anliegen sehr nahe, es passte einfach alles. Dass das Gebäude unter einer Denkmalschutzauflage stand, auch das konnte uns nicht abschrecken.“

Das ehemalige Dorfschulhaus befindet sich am Ortsrand von Vasbeck. Das Gebäude wurde 1902 als Schulhaus errichtet und bis Anfang der 1970er Jahre als solches genutzt. Nach zwischenzeitlichem Leerstand wurde der Ziegelbau 2013 von der Familie Butzlaff erworben und um- bzw. ausgebaut. Die vorhandenen Räume, wie Klassenzimmer und zwei Lehrerwohnungen, wurden zu gemeinsamen Aufenthaltsräumen und Wohnräumen für die Familienmitglieder umfunktioniert. Der großzügige Dachraum dient jetzt als Schlaf- und Aufenthaltsraum, im Spitzboden wurde ein Matratzenlager als gemeinsamer Rückzugsort für kleinere Kinder geschaffen. Neben dem sehr bemerkenswerten Nutzungsmodell ist auch die substanzschonende Bausanierung hervorzuheben. Diese wurde von  2014 bis 2016 wesentlich von der Familie an Wochenenden und in den Ferien in Eigenleistung durchgeführt wurde. Für diesen Einsatz zur Erhaltung des alten Schulhauses und die denkmalpflegerisch überzeugende Sanierung wurde die Familie Butzlaff auch mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2017 und jetzt durch den Denkmalschutzpreis des Landkreises Waldeck Frankenberg ausgezeichnet.

 

Altes Landratsamt Korbach

Das alte Landratsamt Korbach, es ist ein sehr attraktives, unter Denkmalschutz stehendes, Gebäude, direkt in der Fußgängerzone von Korbach. Das im Volksmund auch als „Alte Brandkasse“ bekannte Gebäude wurde von 1904 bis 1907 errichtet. Von Beginn an wurde es als Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse und als Landratsamt genutzt. Nach dem 2. Weltkrieg zog vorübergehend eine US Kommandantur ein. Danach waren unter anderer eine Brandversicherungsanstalt, eine Sparkassenversicherungsgruppe die Nutzer der Räumlichkeiten. In den letzten Jahren stand das Gebäude jedoch leer. Die Sanierung des äußerlich intakten Gebäudes erwies sich als aufwendig. Die Suche nach dem passenden Kompromiss zwischen geplanter Nutzung, Gestaltung und Denkmalschutz bestimmte die gesamte Bauzeit, sagt Thomas Grebe (Bauherrengemeinschaft JMT). Vieles alte konnte und wurde im Originalzustand erhalten. Andererseits wurde das Gebäude auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Vorgaben des Wärme-, Brand- und Schallschutzes waren neben dem Denkmalschutz und einem einzubauenden Fahrstuhl die eigentlichen Herausforderungen. Das Ergebnis der Bauherrengemeinschaft JMT (Jürgen Tent, Marc Weber und Thomas Grebe) war so überzeugend, dass das Bauvorhaben zu den Preisträgern des Denkmalschutzpreises 2017 zählt.

Jagdschloss Friedrichsthal

Rene‘ Hol und Jeanette Hol-Elskamp nahmen die Herausforderung, die Restaurierung eines Schlosses, an. Das Hauptgebäude, das Schloss, ein verputzter zweigeschossiger – und bau mit 20*12m Grundfläche, liegt am östlichen Rand des bebauten Gutshofgeländes; hinter ihm erstreckt sich nach Ostnordosten der Park.

Sie kamen als Niederländer ins Waldecker Land kauften im kleinsten Waldecker Ortsteil Selbach ein Anwesen und wollten aus dem dortigen barocken Jagdschloss wieder ein Kleinod machen. Schon bald stellte sich heraus, dass der bauliche Zustand nicht dem ersten guten optischen Gesamteindruck entsprach. Immer mehr Bauschäden, dabei sogar ein ausgedehnter Schwammbefall des konstruktiven Holzes, wurden entdeckt, so dass der ursprüngliche Kostenrahmen um 150.000 € überschritten wurde. Dank behördlicher aktiver Hilfe des LK kam dafür der ersehnte Zuschuss vom Land H3. Hol lobte die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Kreisstadt. Der erreichte gute Sanierungszustand unter Einhaltung des Denkmalsschutzes, das war hier der Anlass für die Prämierung.

Schloss Landau

Alexander Fitz entdeckte das versteckte Schloss der Bergstadt Landau bei einer Radtour mit dem Mountain Bike. „Als ich das Gebäude sah, hatte ich mich verliebt, ich hatte eine Vision,“ sagte er. Nach anfänglichen Zweifeln und mit familiärer Rückendeckung begann unter Fitz die neue Ära des Schlosses Landau und seiner Nebengebäude. „Wichtig war mir die Nachhaltigkeit. Auch in ferner Zukunft soll das Hotel als wirtschaftliches Umfeld die Unterhaltung und Erhaltung des Schlosses sichern!“ betonte Fitz.

Insgesamt wurden 600 Seiten Gutachten geschrieben, es wurde sehr viele historistische Dokumente gesichtet. Im Laufe der vergangenen Jahrhunderte war das Schloss immer wieder modernisiert worden. Neue, völlig andere Bauepochen hielten Einzug und überlagerten sich. Die ursprüngliche Bausubstanz wurde mehrfach um- und überbaut. So fanden wir in einem Raum einen siebenschichtigen Fußbodenbelag.

Von grundsätzlicher Natur  war unsere Entscheidung, welcher Bauepoche wir bei der bevorstehenden Sanierung den Vorzug geben sollten. Sie fiel schließlich zu Gunsten der Biedermeierzeit aus. Zur Umsetzung bis ins kleinste Detail wurde kein Aufwand gescheut. Handwerksbetriebe der Region verbauten in hoher handwerklicher Qualität unter anderen 320 t Lehm und 10t Lehmbauplatten, 4,2 km Heizleitungen wurden in der Wand verlegt, 2000 m² Außenfassade gestrichen und 500m² Dachfläche neu eingedeckt. Fitz ließ nicht unerwähnt, dass das Schloss jetzt wieder eine Glocke hätte. Die war eigens entworfen und gegossen worden. Walter Schuhmann (Kreisbauamt) betonte bei der Verleihung des Kreisdenkmalschutzpreises, das mit dem Schloss Landau, dem neu entstandenen Hotelbetrieb und dem Umfeld ein sehr gutes Werbeobjekt für den Landkreis Waldeck-Frankenberg, vor allen Dingen aber für den Ortsteil Landau selbst, entstanden sei. (ws)

 

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