Tierrechtsorganisation vergibt Negativpreis für das tierfeindlichste Wort 2017

 

 

Stuttgart, 16. Januar 2018 – Tierfreundliche Sprache erwünscht: Analog zur Aktion „Unwort des Jahres“ der Gesellschaft für deutsche Sprache begibt sich PETA seit 2008 jährlich auf die Suche nach dem tierfeindlichsten Wort. Nachdem im Vorfeld zahlreiche Vorschläge auf der Facebook-Seite der Tierrechtsorganisation eingereicht wurden, stimmten Tierfreunde auf Facebook und Instagram ab: „Ratten der Lüfte“ setzte sich schlussendlich als PETAs Unwort des Jahres 2017 durch.

„Die Bezeichnung ‚Ratten der Lüfte’ ist diskriminierend, verschleiernd, entwürdigt die angesprochenen Lebewesen – und erfüllt damit alle Kriterien für das tierfeindlichste Wort“, so Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei PETA.

„Die Nager gelten bei manchen Menschen noch immer als schmutzig und lästig – PETAs Unwort des Jahres 2017 bekräftigt diese Vorurteile, projiziert die negativen Gefühle auf Stadttauben und ist somit gleich doppelt tierfeindlich.“

Mit dem „Unwort des Jahres“ möchte die Tierrechtsorganisation auf diskriminierende Begriffe hinweisen und den Sprachgebrauch langfristig tierfreundlicher gestalten.

 

In diesem Jahr kamen unter anderem „Problemwolf“, „Meeresfrüchte“, „Kampfhund“ und „Elefantenmanagement“ in die engere Auswahl für den Titel.

Die Sprache beeinflusst unser Denken und Handeln nachweislich, da sich unsere Wahrnehmung von Begriffen leiten lässt.

Durch Worte wie „blöde Kuh“ oder „Saustall“ projizieren wir automatisch negative Eigenschaften auf die jeweiligen Tiere – und das zu Unrecht, wie auch PETAs Unwort des Jahres 2017 zeigt: In der Debatte um den richtigen Umgang mit den zunehmenden Taubenpopulationen in unseren Städten werden die sensiblen Vögel als „Ratten der Lüfte“ verunglimpft.

Dabei sind Tauben ausgesprochen faszinierend: Sie leben monogam und kümmern sich fürsorglich um ihren Nachwuchs.

Die Vögel haben ein gutes Gedächtnis und können sogar Menschen wiedererkennen.

Viele Menschen wissen nicht, dass es sich bei sogenannten Stadttauben um verwilderte Haus- und Brieftauben handelt, die ohne unsere Hilfe kaum überlebensfähig sind.

Brieftaubenzüchter, die den Tieren in ihrer Freizeit beim sogenannten Brieftaubensport unzumutbare Leistungen abverlangen, sind daher mitverantwortlich für die „Stadttaubenproblematik“.

Auch das Image als Krankheitsüberträger ist falsch; die beispielsweise häufig zitierten Salmonellenerreger sind tierartspezifisch und so gut wie nicht auf den Menschen übertragbar.

Ratten verdienen ebenso unseren Schutz und Respekt. Die lernbegierigen Nager sind penibel reinlich und putzen sich mehrmals täglich – dass sie Parasiten oder Viren übertragen, ist unwahrscheinlicher als beim Kontakt mit Hunden oder Katzen.

Ähnlich wie wir sind Ratten sensibel und sehr sozial: Sie verteidigen ihre Familie, spielen miteinander und schlafen aneinandergekuschelt.

Tauben haben eine natürliche Lebenserwartung von zwölf bis 15 Jahren, überleben in deutschen Städten jedoch selten länger als zwei Jahre.

Sie werden vergiftet, abgeschossen, ausgehungert oder zur „fachgerechten“ Tötung mittels Spritze, Kopfabriss oder Genickbruch eingefangen.

Diese Tötungsaktionen verringern die Populationen allerdings nur kurzzeitig; verwaiste Brut- und Schlafplätze werden von neu zugeflogenen Tauben wieder besetzt.

Deutlich effektiver sind Maßnahmen, die zahlreiche Kommunen in Deutschland bereits umsetzen, um die Population erfolgreich und tierfreundlich zu reduzieren: Eigens eingerichtete Taubenschläge ermöglichen es, die Vögel gezielt anzusiedeln und ihre Vermehrung zu kontrollieren; so können Taubeneier etwa gegen Gipseier ausgetauscht werden.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie 3, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Art ausbeuten.

PeTA

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