Forellen lebendig aufgeschnitten: PETA zeigt „Schwiegertochter gesucht“-Teilnehmer an

 

 

Beispielbild einer Forelle

Arnschwang / Stuttgart, November 2017 – Zahlreiche empörte Zuschauer-Emails erreichten PETA nach Ausstrahlung einer Folge der RTL-Sendung „Schwiegertochter gesucht“ am vorletzten Sonntag: Die Kandidaten Alexander und Christina hatten vor laufender Kamera noch lebende Forellen aufgeschnitten. Ein Fisch kämpfte über eine halbe Minute schwer verletzt um sein Leben, als die Schwiegertochter-Aspirantin versuchte, ihn auszunehmen. PETA hat nun Anzeige gegen die beiden Showteilnehmer bei der Staatsanwaltschaft Regensburg erstattet. Der Vorwurf: Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz, sowie gegen die Tierschutzschlachtverordnung. Laut § 17 Abs. 2 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, Wirbeltieren erhebliche, länger andauernde Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Bevor die Fische getötet wurden, mussten sie auch über einen unbestimmten Zeitraum in einem Eimer ohne Wasser ausharren. Laut Tierschutzschlachtverordnung sind lebende Fische jedoch in Behältern mit ausreichend Wasser aufzubewahren.

 

“Jeder kann sich vorstellen, wie schmerzhaft es sein muss, wenn man lebendig und bei vollem Bewusstsein aufgeschnitten wird und einem die Organe herausgerissen werden”, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Da Christina keinerlei Erfahrung im Umgang mit Fischen hat, hätten der Angler Alexander, der die Vorschriften des Tierschutzgesetzes und der Tierschutzschlachtverordnung kennen müsste, als auch das RTL-Regieteam umgehend eingreifen müssen.“

 

PETA weist darauf hin, dass Fische individuelle Persönlichkeiten sind, die auf vielfältige Weise kommunizieren. Sie schließen Freundschaften – auch mit Menschen – und zeigen ihre Zuneigung durch Körper. Manche Fische jagen gemeinsam, nutzen Werkzeuge und können Menschengesichter unterscheiden [1].

 

Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [2]

 

[1] Jonathan Balcombe (2016): What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins.

[2] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichung von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.

 

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