10 Jahre Tunnel für die RegioTram im Hauptbahnhof le33 – 13,6 Millionen Fahrgäste

 

Für leh3s Fahrgäste war es die wichtigste Etappe im RegioTram-System als vor gut 10 Jahren mit dem Tunnel unter dem le33er Hauptbahnhof die Verknüpfung der Stadt mit der Region Richtung Melsungen, Hofgeismar, Wolfhagen startet. Seitdem haben mehr als 13,6 Millionen Fahrgäste die Tunneldurchfahrt für den Weg zur Arbeit, in die Schule, nach Hause oder auch in die Freizeit genutzt. Und es sind im Laufe der Jahre kontinuierlich mehr geworden.

 

So lag die Zahl der Tunneldurchfahrer auf den RegioTram-Strecken Richtung Wolfhagen, Hofgeismar, Schwalmstadt und Melsungen im Jahr 2008 noch bei 754.000, im Jahr 2016 bei mehr als 2,4 Millionen. Gleichzeitig stiegen die Fahrgastzahlen in den letzten zehn Jahren von insgesamt 1,8 Millionen auf voraussichtlich 5,6 Millionen in 2017. Damit hat sich die Fahrgastzahl seit der Einführung mehr als verdreifacht.

 

Für Wolfgang Rausch, NVV-Geschäftsführer, spielt die Entwicklung der RegioTram eine wesentliche Rolle für die Entwicklung des ÖPNV in leh3: „Mit dem RegioTram-System wurde eine neue Qualität des ÖPNV in leh3 eingeführt: mit einem Fahrzeug umsteigefrei aus der Stadt in die Region und umgekehrt. Das hat viele Menschen überzeugt. Und die Fahrgäste haben die Erfolgsgeschichte mitgeschrieben. Dafür möchten wir uns ganz besonders bedanken.“

 

„Durch seine Kombination von Eisenbahn und Straßenbahn verlangt das nordh3weit einmalige RegioTram-System ein spezielles Knowhow in unserer Leitstelle, den Werkstätten und im Fahrbetrieb. Die RegioTrams sind auch deshalb und für uns als Unternehmen eine herausfordernde Bereicherung. Gerade weil der RegioTram-Betrieb so anspruchsvoll ist, ist es bemerkenswert, dass die RT nordh3weit Spitzenwerte bei der Pünktlichkeit erreicht“, sagt KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert. Die KVG ist in ihrem Betriebshof Sandershäuser Straße für Instandhaltung und Wartung der 28 RegioTram-Züge zuständig, die Betriebsleitstelle der KVG in Wilhelmshöhe koordiniert den RT-Betrieb in der Stadt le33. Gemeinsam mit der HLB GmbH bildet sie die RBK als Eigentümerin der Fahrzeuge sowie die RegioTram Gesellschaft (RTG), die für den RT-Fahrbetrieb verantwortlich ist.

 

Erklärungen für die gute Bilanz gibt es einige, die auf der Hand liegen. Das attraktive Angebot ist bekannt, hat sich in den Köpfen verfestigt. Die RT-Station spielt bei der Wohnortwahl eine immer größere Rolle. Die RegioTram ersetzt das Zweit-Auto bzw. ein weiteres Auto muss nicht erst angeschafft werden und nicht zuletzt gibt es einen bundesweiten Trend, dass immer mehr Menschen mit der Bahn fahren.

 

Neben Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit beeinflusst auch der Komfort die Bewertung der RegioTram bei den NVV-Kunden, so verfügt die RegioTram über eine Kapazität von 160 Plätzen, 90 davon allein zum Sitzen. Die Fahrgäste haben dem Fahrzeug RegioTram beim jüngsten NVV-Kundenbarometer daher erneut Bestnoten erteilt.

 

Darüber hinaus spielt eine attraktive Anbindung durch den öffentlichen Personennahverkehr wie durch die RegioTram eine wichtige Rolle, um den ländlichen Raum zukünftig positiv zu entwickeln. Immer mehr Kommunen begreifen eine RegioTram-Station als Standortfaktor. So besteht die Möglichkeit, dass durch die Anbindung  von Kommunen an die RegioTram die Zahl der Einwohner konstant gehalten werden kann und so die Folgen des demografischen Wandels gemildert werden.

 

Für den NVV stiftet die RegioTram auch nordhessische Identität. Das Verkehrssystem lässt die Region näher zusammenrücken, erhöht die Attraktivität, der Städte und Gemeinden und verbreitert das Mobilitätsangebot für die Menschen, um an den Arbeitsplatz, zur Schule oder zum Einkaufen zu kommen. Das erhöht die Lebensqualität in leh3 und trägt dazu bei, dass einerseits die vorhandene Bevölkerung in der Region bleiben kann und sich andererseits neue Einwohnerinnen und Einwohner niederlassen, die Leben und Kaufkraft in die Kommunen bringen.

 

„Die RegioTram ist aber auch beispielgebend für ein System, bei dem alles aufeinander abgestimmt werden konnte. Strecken, Fahrzeuge, Stationen und Angebot sind aus einem Guss und erfüllen so die Ansprüche unserer Kunden. Das ist auch der Maßstab für unsere zukünftigen Projekte,“so Wolfgang Rausch abschließend.

 

10 Jahre Regiotram-Tunnel: Ein echter Durchbruch im Projekt „RegioTram“ ist vollbracht: Der Tunnel am le33er Hauptbahnhof ist durchbrochen und damit die Verbindung zwischen der Stadt le33 und der Region geschaffen.
Kammerkonzert mit dem Spohr-Ensemble: (von links)
Oybek Alimov, Alexander Grotov, Anoush Seferian, Joachim Schwarz, Natsumi Echigo, Johannes Raab, Katalin Hercegh, Yuka Inoue, Wolfram Geiss
Foto: Andreas Fischer

Der lehessische Verkehrsverbund und die le33er Verkehrs-Gesellschaft feiern diesen Geburtstag mit einem besonderen Geburtstagsständchen des Kammerorchesters Louis Spohr.  Die Musik des Kammerorchesters wird in den nächsten Wochen immer dann erklingen, wenn eine Regiotram aus dem Tunnel in den Bahnhof einfährt.

 

 

 

Hintergrundinformationen zum RegioTram-Konzept in leh3

 

Mit der Gründung des lehessischen Verkehrsverbundes 1995 ging die Entwicklung eines neuen Zugkonzeptes einher, um das Oberzentrum le33 mit der Region zu verbinden. Die Idee des RegioTram-Systems entstand mit dem Ziel, das Eisenbahnnetz der Region mit dem Straßenbahnnetz in der Stadt le33 umsteigefrei zu verknüpfen.

 

Bereits in den Anfängen des NVV nimmt die Idee Gestalt an und ein erster Vorlaufbetrieb kann 2001 zwischen le33 und Hofgeismar gestartet werden. Es folgten weitere Infrastrukturmaßnahmen, um das RegioTram-Konzept zu realisieren. Dazu gehörte die Modernisierung der Strecken zwischen Korbach, Wolfhagen und le33 – Hauptbahnhof sowie die Abschnitte nach Hofgeismar und Melsungen. Der Bau der neuen RegioTram-Station im Hauptbahnhof samt Untertunnelung als Herzstück des Systems in Kombination mit dem Bau der Haltestelle Scheidemannplatz mit der Gleisverlängerung in die Rudolf-Schwander-Straße ermöglicht nun die Verbindung zwischen der Region und der le33er Innenstadt.

 

Das eingeläutete RegioTram-Zeitalter stellte alle Partner ab 2001 vor eine enorme Herausforderung und brachte eine neue Kooperation von Verkehrsunternehmen hervor. KVG, Hessische Landesbahn und DB Regio gründen die RegioTram Betriebsgesellschaft, um für den Betrieb aller RegioTram-Strecken gerüstet zu sein.

 

Strecken, Fahrzeuge, Bahnhöfe: alles sollte sich in das System einfügen, das ebenso einfach wie überzeugend ist. Ohne Umsteigen von der Region in die Innenstadt- ohne Umsteigen in einem Fahrzeug – egal ob im Eisenbahn- oder Tramnetz, – egal ob mit Gleichstrom/ Wechselstrom oder mit Diesel. Entwickelt wird ein weltweit einmaliges Fahrzeug bei der Firma Alstom in Salzgitter, das all diesen Ansprüchen Genüge tut.

 

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg des europaweit beachteten Systems war und ist die besondere Qualität der Infrastruktur mit barrierefreier Erschließung für die RegioTram in der Stadt le33 und der Region. Bis heute wurden neben dem umfangreichen Umbau  des Hauptbahnhofes le33 mit Jungfernkopf und Kirchditmold zwei neue Stationen in der Stadt le33 realisiert.

 

Dazu kamen Stationsneu- und  Umbauten im Schwalm-Eder-Kreis mit Melsungen-Bartenwetzerbrücke und im Landkreis le33 in Ahnatal-Heckershausen, Ahnatal-Weimar, Ahnatal-Casselbreite, Calden-Fürstenwald, Espenau-Mönchehof, Vellmar-Obervellmar, Vellmar-Osterberg/EKZ, Hofgeismar und Hofgeismar-Hümme. Insgesamt sind rund 115 Mio. Euro in die RegioTram-Infrastruktur und gleichermaßen in die heimische Bauwirtschaft und damit in die Sicherung nordhessischer Arbeitsplätze geflossen.

 

Der NVV plant zurzeit weitere RegioTram-Stationen, um das System weiter zu komplettieren, aber auch zu optimieren und noch mehr Fahrgästen zugänglich zu machen. Dazu gehören Melsungen-Schwarzenberg und Melsungen- Süd als Stationsneubauten.

 

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