Spielplanvorschau August-September 2017

 

 

August

 

Großes Theaterfest 2017

Zum Auftakt der neuen Spielzeit lädt das Staatstheater le33 wieder ein zum Theaterfest und öffnet seine Türen zum Schauen, Entdecken und Feiern. Auf den Bühnen, in den Foyers, im Orchesterprobenraum und sogar im Lastenaufzug gibt es Mitmachaktionen und Darbietungen von Künstlern aller Sparten und Mitarbeitern. Das reicht von Auftritten der Opernsolisten und des Kinder- und Jugendchors CANTAMUS über Schau-Schminken, Tanztraining, Instrumentenvorstellungen und Improsport bis zu einer Einweisung in die Bühnenbeleuchtung und zur legendären Kostümversteigerung.

Es gibt Sprechstunden beim Intendanten, Chefdramaturgen und im künstlerischen Betriebsbüro. Kleine Theaterbesucher können sich außerdem kostümieren und schminken lassen, Masken basteln und Geschichten lauschen.

Darüber hinaus öffnen Werkstätten von der Maske über die Schuhmacherei bis zur Requisite ihre Türen und bieten Einblicke in ihre Arbeit.

Höhepunkt und Abschluss des Theaterfests sind wieder um 16 Uhr im Schauspielhaus die Schauspiel-Revue und um 18 Uhr im Opernhaus das Opernkonzert »Preludio«. Bei der Schauspielrevue gibt’s nicht nur Szenen aus allen Stücken des neuen Spielplans, sondern auch eine Darbietung des Tanzensembles zu sehen.

Für Essen und Getränke ist gesorgt – mit einem Grill, Mittag3 in der Kantine, Kaffee, Kuchen und Waffeln.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen beim Theaterfest ist frei.

Sonntag, 27. August, ab 11 Uhr im ganzen Haus – Eintritt frei

 

 

 

September

 

 

PREMIEREN

 

Katzenjammer, schwarze  Katze, weiße Katze
Lieder von Frauen

Inszenierung: Thomas Bockelmann, Musikalische Leitung und Einstudierung: Thorsten Drücker, Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer, Dramaturgie: Michael Volk

Mit Caroline Dietrich, Maria Munkert, Christina Weiser und Rahel Weiss
Band: Hagen Bähr, Thorsten Drücker, Konstantin Marsch  und Lukas Umlauft

Wer erinnert sich noch an den Männerliederabend „Spiel mir da Lied vom Tod“? Diesmal sind es vier Frauen des Schauspielensembles, die sich Lieder von Rossini bis Patti Smith, von Georg Kreisler bis Sophie Hunger, von Nina Simone bis Julie Delpy vornehmen. Begleitet werden sie dabei von vier Männern, die – wer weiß? – auch das eine oder andere Lied beisteuern dürfen.

Premiere: Samstag, 2. September, 22 Uhr, Schauspielfoyer

 

Heisenberg

von Simon Stephens, Deutsch von Barbara Christ

Inszenierung: Thomas Bockelmann, Bühne und Kostüme: Mayke Hegger, Sounddesign: Heiko Schnurpel, Dramaturgie: Michael Volk

Mit Christina Weiser und Jürgen Wink

Von der Verführung: Alex, ein älterer Metzger, der seine Ruhe liebt, und die um einiges jüngere Georgie Frau begegnen sich, weil sie ihn eines Tages in einem Bahnhofscafé auf den Nacken küsst.

Eine Verwechslung?

Georgie überrumpelt Alex mit immer neuen Versionen ihrer Biografie.

Sie sei Killerin, nein, Kellnerin. Sie sei nie verheiratet gewesen, habe keine Kinder. Ihr fast erwachsener Sohn lebe in Amsterdam. Für den scheuen Alex erscheint sie wie ein Wirbelsturm, gleichzeitig anziehend und gefährlich: eine Liebesbeziehung, die in ständig überraschenden Wendungen davon erzählt, dass Menschen flirrende Wesen sind und ein Leben einfach nicht zu verm3 ist.

Premiere: Freitag, 8. September, 19.30 Uhr, Schauspielhaus

 

Andrea Chénier – Rafael Rojas headshot color – web

Andrea Chénier

Oper in vier Akten von Umberto Giordano, Text: Luigi Illica

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Francesco Angelico, Inszenierung: Michael Schulz, Bühne: Dirk Becker, Kostüme: Renée Listerdal, Dramaturgie: Christian Steinbock, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti

Mit Rafael Rojas / Kamen Chanev (Andrea Chénier), Hansung Yoo (Carlo Gérard), Vida Mikneviciute / Julia Borchert (Maddalena die Coigny),  Marie-Louise Dreßen (Bersi), Lona Culmer-Schellbach (Gräfin Coigny u.a.), Marc-Olivier Oetterli (Roucher, Freund Chéniers),  Younggi Moses Do (Abbé, Poet), Daniel Holzhauser (Pietro Fléville), Daniel Jenz (Spitzel), Hee Saup Yoon (Mathieu, Schmidt), Szczepan Nowak (Leiter des Haushalts / Dumas), Staatsorchester le33, Opernchor, Extrachor und Statisterie des Staatstheaters le33.

Am Vorabend der Französischen Revolution verlieben sich der Dichter Andrea Chénier und der Diener Carlo Gérard in die Adlige Maddalena de Coigny. Dann aber wirft die Erhebung der Massen alle drei aus ihren Lebensbahnen. Gérard steigt zum Führer der Revolution auf, doch muss er schon bald erkennen, dass er der Liebe zwischen Chénier und Maddalena nichts entgegenzusetzen hat. Inzwischen frisst die Revolution ihre eigenen Kinder und die Guillotine arbeitet unermüdlich: Auf Betreiben Gérards wird auch Chénier vor das Tribunal gezogen, sein Todesurteil ist bereits beschlossene Sache.

„Andrea Chénier“ verschaffte Umberto Giordano 1896 den großen internationalen Durchbruch. Mit diesem Werk knüpfte er an die großen historischen Tableaus der französischen Grand opéra an und bediente zugleich den Stil des populären musikalischen Verismo. Berühmte Melodien der untergehenden Rokokoepoche und der Französischen Revolution mischen sich in die packende Komposition und verleihen dem Werk ein unverwechselbares Kolorit.

Premiere: Samstag, 9. September, 19.30 Uhr, Opernhaus

 

Die Leiden des jungen Werther

Nach Johann Wolfgang Goethe, für alle ab 14 Jahren

Inszenierung: Janis Knorr, Bühne und Kostüme: Ariella Karatolou, Dramaturgie: Thomas Hof, Petra Schiller

Mit Marius Bistritzky (Werther), Michaela Klamminger (Lotte),  Hagen Bähr (Albert)

Der junge Werther ist gerade von zu Hause ausgezogen, als er Lotte kennenlernt.

Unsterblich verliebt er sich in sie, die ganze Welt verliert sich um ihn, wie im Rausch: Sie hat „alle seine Sinne gefangengenommen“. Allerdings ist Lotte bereits vergeben. Werther wird unglücklicher Teil einer Dreiecksbeziehung, steigert sich in einen Liebeswahn hinein und gerät immer mehr an die Grenzen seines Verstandes.

Premiere: Sonntag, 10. September, 18.00 Uhr, tif – Theater im Fridericianum

 

Am Boden

von George Brant | Deutsch von Henning Bochert

Inszenierung: Markus Dietz, Bühne, Kostüme und Video: Michael Lindner, Musik: Ole Schmidt, Dramaturgie: Thomaspeter Goergen

Mit Michaela Klamminger       

Las Vegas, Glitzermetropole des Glückspiels: Hier ist eine Soldatin und Mutter stationiert, an einem Roulette der finstersten Art – dem Joystick einer Drohnenpilotin. Krieg wird zur Hinrichtung. Hinrichtung zum Spiel. Aber die ach so saubere Gewalt fordert ihren Preis.

Premiere: Freitag, 15. September, 20.15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum

 

 

 

Prinz Friedrich von Homburg

von Heinrich von Kleist

Prinz Friedrich von Homburg – Artur Spannagel (c) N. Klinger

Inszenierung: Schirin Khodadadian, Bühne: Philipp Nicolai, Kostüme: Ulrike Obermüller, Musik: Katrin Vellrath, Dramaturgie: Annabelle Leschke

Mit Artur Spannagel (Prinz Friedrich von Homburg), Bernd Hölscher (Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg), Pauline Kästner (Prinzessin Natalie von Oranien), Eva-Maria Keller (Die Kurfürstin), Maria Munkert (Rittmeister von der Golz u.a.), Aljoscha Langel (Feldmarschall Dörfling), Stephan Schäfer (Obrist Kottwitzh), Lukas Umlauft (Graf Hohenzollern)

Ein träumender Soldat, der seine Pflicht vernachlässigt und Befehle missachtet, ein Untertan, der seinem Fürsten Lektionen in Sachen Menschlichkeit erteilt: Heinrich von Kleist, aufgewachsen als Adliger und Offizierssohn, Preuße und Patriot, formuliert 1811 diese Anmaßungen in seinem letzten großen Drama. Der Prinz von Homburg, der sich in seinen Träumen als Kriegsheld und bekränzter Sieger sieht, steht vor einer entscheidenden Schlacht für den brandenburgischen Kurfürsten. Mit seinen Träumen beschäftigt, missachtet er d3 Befehl, greift zu früh in die Schlacht ein – und geht siegreich hervor. Der Kurfürst jedoch unterwirft ihn dem Kriegsrecht und verurteilt ihn zum Tode. Seine Anwälte, die Prinzessin Natalie und seine Offiziere stehen kurz vor einer Meuterei als der Kurfürst dem Prinzen eine schreckliche Freiheit gewährt: Die Entscheidung entweder seine eigenen Ansichten zu vertreten und zu sterben oder sein Leben zu retten. Sollen Gesetz und Autorität herrschen oder darf ein Untertan auch seinen eigenen Überzeugungen folgen? In der Romantik entwickelte sich das nationale Bewusstsein in Deutschland – und so beschreibt Kleist erschreckend aktuell seinen emphatischen Helden als konstituierend für die Idee der Gemeinschaft und den Kampf für das Vaterland.

Premiere: Samstag, 16. September, 19.30 Uhr, Schauspielhaus

 

 

KONZERTE SEPTEMBER 2017

 

1.Kammerkonzert: Dejean Quartett und Gäste

Werke von Mozart, Haydn und Kuhlau

Mit Ullrich Pühn (Flöte), Helmut Simon, N.N. (Violine), Joachim Schwarz, N.N. (Viola), Cornelius Schmaderer (Violoncello)

Das Dejean Quartett besetzt eine kammermusikalische Nische: Mit seltenen, aber exquisiten Werken für Flöte und Streicher, wie z.B. dem Quintett von Friedrich Kuhlau, dem sogenannten „Beethoven der Flöte“. Ein weiteres Highlight erklingt mit einem Streichquintett von W. A. Mozart.

Montag, 11. September, 19.30 Uhr, Opernfoyer           15 / 7,50 Euro

 

1.Sonntagskonzert

Jörg Widmann: Con brio Konzertouvertüre, Robert Schumann: Konzertstück für vier Hörner und Orchester op. 86, Johannes Brahms / Arnold Schönberg Klavierquartett g-Moll op. 25 (Orchesterfassung von Arnold Schönberg)

Solisten: Hornisten des Staatsorchesters le33, Dirigentin: Anja Bihlmaier

Dass gleich vier Solisten im Konzert auf der Bühne stehen, ist selten. Robert Schumann kündigte sein Konzertstück für vier Hörner und Orchester (1849) denn auch als „etwas ganz curioses, glaub’ ich“ an.

Arnold Schönberg war ein bekennender Brahms-Fan und brachte seine Verehrung 1937 mit einer Orchestrierung von d3 Klavierquartett Nr. 1 g-Moll op. 25 zum Ausdruck. Die farbenprächtige Fassung wird häufig als »Brahms’ Fünfte« bezeichnet. // In seiner 2008 verfassten Konzert-ouvertüre Con brio bezieht sich Jörg Widmann auf Beethoven – jedoch nicht durch Zitate, sondern eher im Gestus. Die Besetzung ist klein gehalten und dennoch nicht gerade leise, so wie auch Beethoven einen »unglaublichen ›Lärm‹ mit nur zwei Hörnern, zwei Trompeten und Pauken zu Stande brachte«, so Widmann.

Sonntag, 17. September, 18.00 Uhr, Opernhaus

 

 

GASTSPIELE UND EXTRAS

 

Klavierabend im Rahmend der documenta 14

Frederic Rzewski solo

Cornelius Cardew: Thälmann Variations / We Sing For The Future!, Frederic Rzewski Songs of Insurrection

„Songs of Insurrection“ wurde vom Bruges Festival in Auftrag gegeben und dort im April dieses Jahres von dem Pianisten Daan Vandewalle uraufgeführt. „Songs of Insurrection“ besteht aus sieben Sätzen, die auf internationalen revolutionären Liedern aus dem 19. und 20. Jahrhundert basieren. Das Konzert findet im Rahmen der documenta 14 statt.

Freitag, 8. September, 20.00 Uhr, Opernhaus              15 / 10 Euro     

 

Opernmatinee zu „Andrea Chénier“

Mit Francesco Angelico (Musikalischer Leiter), Michael Schulz (Regisseur), Vida Mikneviciute (Maddalena de Coigny), Rafael Rojas (Andrea Chénier), Hansung Yoo (Carlo Gérard), Moderation:  Christian Steinbock

Mit „Andrea Chénier“ gelangt nicht nur ein Werk voll kraftvoll musikalischer Italianità auf die Bühne des Staatstheaters, diese Oper birgt auch so manch interessanten „Background“-Schatz: Von einer Auseinandersetzung zwischen Komponist und Librettist mittels Pistolen ist hier unter anderem die Rede; von einer Ehe, der Giuseppe Verdi kräftig auf die Sprünge half; von den spannenden Ereignissen der Französischen Revolution und natürlich von einer Komposition, in die sich so manches französische Revolutionslied geschlichen hat. Wie immer wird das Produktionsteam alles Wissenswerte verraten. Und dass der Gesang nicht zu kurz kommt, dafür sorgen die Mitglieder des Opernensembles.

Sonntag, 3. September, 11.00 Uhr, Opernfoyer

 

Max Goldt liest …

seine prachtvollsten Texte

Seit 1989 schreibt Goldt Kolumnen für das Satiremagazin Titanic. Außerdem verfasst er Hörspiele und Comics. Unter anderem werden Texte aus seinem zuletzt erschienenen Buch zu hören sein: „Lippen abwischen und lächeln“

Donnerstag, 28. September, 19.30 Uhr, Schauspielhaus         20 – 7,50 / 11,50 – 7 Euro

 

MADE.FESTIVAL Tanz-Doppelabend

“She Came, She Saw, She Said: Meme” / “Creating My Own Tomorrow”

Mit Janice Perry, Kristina Veit, Alfredo Zinola (Tanz / Performance), Philip Bußmann, Célestine Hennermann (Idee / Konzept / Regie),  Philip Bußmann (Bühne / Musik / Video), Célestine Hennermann (Dramaturgie), Marek Lamprecht (Licht), Dietrich Krüger (Soundberatung)

Das „MADE.Festival“ ist der Nachfolger von „“ und hat zum Ziel, die freie Theaterszene in H3 zu unterstützen und zu ihrer Vernetzung beizutragen.

Die Company 2+ verbindet die Ästhetik von Video mit Tanz, von Narration mit Bewegung, von Klang mit Bildern und erzeugt eine neue Erfahrung des performativen Raums.

Donnerstag, 28. September | Abendkasse im Dock 4             18 / 12 Euro

19.30 Uhr, Dock 4: “She came, she saw, she said: meme” von Olivia Hyunsin Kim

20.15 Uhr, tif, Theater im Fridericianum: “Creating My Own Tomorrow” von 2+ (Bußmann / Hennermann), anschließend Künstlergespräch         

 

MADE.FESTIVAL

german stage service (Marburg): Dieses Land ist es nicht

Von und mit Rolf Michenfelder, Choreografische Mitarbeit: Lotte Jacobs, Lea Spahn, Sound und Musikbearbeitung: Laurenz Raschke

Haben Sie es auch gelesen? Der Kampf um die Demokratie hat begonnen. „Aber was ist das?“, ruft der Mann in den viel zu kurzen Hosen, „Was ist das, wofür wir kämpfen sollen? Und wofür, frage ich euch, wofür wollen wir kämpfen?“ Und haben Sie gehört, was Björn gesagt hat? „Ja, liebe Freunde“ hat er gesagt, „ich will ein anderes Deutschland.“

Vorprogramm (Eintritt frei): 18.00 Uhr, tif-Foyer Buchvorstellung „Freies Theater: Die Modernisierung 
der deutschen Theaterlandschaft (1960 – 2010)“ von Henning Fülle, 18.30 Uhr Podiumsdiskussion mit Thomas Bockelmann u.a.

Samstag, 30. September, 20.15 Uhr, tif – Theater im Fridericianum               15 / 10 Euro

 

 

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